September/Oktober/November: Tipps vom Gartendoktor

Rehfraß im Garten

Rehe können auch Bäume schädigen…

In Ortsrandlagen oder waldnahen Gebieten können im Winter zur nahrungsarmen Zeit in Gärten an Knospen und Zweigen Fraßschäden durch Rehe auftreten. Mit dem beginnenden Frühjahr stellen sich häufig Schäden an der Rinde von Bäumen ein, wenn die jungen Rehböcke ihren Bast vom Geweih abstreifen wollen. Eine langfristige Abhilfe liefern nur höhere Zäune oder dichte Hecken mit bedornten Pflanzen (Weißdorn, Feuerdorn, Berberitze). Bei Rehwild ist eine Zaunhöhe von 1,50 bis 1,70 Meter zu empfehlen.

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Feldmäuse im Garten

Im Gegensatz zur Wühlmaus legen Feldmäuse neben ihren unterirdisch verlaufenden Gängen auch gut sichtbare oberirdische Laufgänge an. Innerhalb dieser Wege finden sich häufig ihre charakteristischen Kotpillen. Diese sind dunkel gefärbt, von walzenförmiger Gestalt, besitzen eine glatte Oberfläche und laufen an beiden Enden spitz zu. Meist liegen die Ausscheidungen nicht verteilt innerhalb der Laufgänge, sondern konzentriert an einigen Stellen. Die Zugänge zum unterirdischen System sind anders als bei der Wühlmaus offen. Feldmäuse ernähren sich rein vegetarisch und fressen an Blumenzwiebeln, Wurzeln von Gehölzen oder am Obst und Gemüse. Auch die Knollen der Roten Bete bleiben von ihnen nicht verschont, wo es durch den Fraß zu deutlichen Aushöhlungen kommt. Feldmäuse sind das ganze Jahr aktiv, auch im Winter, und leben meist in geselligen Mehrfamilienverbänden. Im Schnitt bringen Weibchen alle drei bis vier Wochen bis zu acht Jungtiere zur Welt. Zur Bekämpfung können Pflanzenschutzmittel gegen Nagetiere (Rodentizide), oft auch „Giftweizen“ genannt, eingesetzt werden. Auf kleineren Flächen empfiehlt sich eher die Anwendung von klassischen Mausefallen.

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Wucherungen an Forsythien

An den Trieben von Forsythien finden sich bevorzugt an schattigen Stellen braun gefärbte, äußerlich zerklüftete und später verholzte und somit recht harte Zweiggallen. Verursacht werden diese Gallen durch Bakterien, die direkt mit Pflanzenschutzmitteln nicht bekämpft werden können. Bei einem stärkeren Auftreten kann es zu einem reduzierten Triebwachstum und Blütenansatz kommen. Nur selten sterben die Triebe oberhalb der Gallen ab, es besteht jedoch eine erhöhte Bruchgefahr an diesen Stellen. Es genügt, die befallenen Triebe herauszuschneiden.

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Rostige Brombeeren

Der an Him- und Brombeere vorkommende Brombeerrost bildet im Herbst auf der Blattunterseite schwarz gefärbte Sporenlager aus, die in einem deutlichen Kontrast zum sonst noch weitestgehend grünen Blatt stehen. Blattoberseits zeigen sich meist nur einzelne, oft rötlich gefärbte Flecken. Da der Pilz im Falllaub überwintert und über diese Quellen die Pflanzen im Frühjahr infiziert, sollte das befallene Laub gewissenhaft entfernt werden. Ein stärkerer Befall hat einen frühen Laubfall zur Folge. Die Früchte bleiben grundsätzlich befallsfrei. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur im Frühjahr mit dem Auftreten der ersten befallenen Blätter sinnvoll, Behandlungen jetzt im Herbst sind nicht mehr zu empfehlen. Die Auswirkungen auf den Fruchtertrag sind meist gering, sodass ein mäßiger Befall mit dem Pilz problemlos toleriert werden kann. Die Anfälligkeit gegenüber Brombeerrost ist sortenabhängig, meist werden dornenlose Sorten stärker befallen.

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Zweigsterben am Buchs

Cylindrocladium-Buchsbaumsterben

Der Buchsbaumkrebs, ein pilzlicher Erreger, tritt am Buchs insbesondere dann auf, wenn die Pflanzen durch Trockenheit, Staunässe oder Nährstoffmangel geschwächt sind und zurückgeschnitten wurden. Darüber hinaus wird sein Auftreten durch eine feuchte Witterung, einen schattigen Standort und dichten Pflanzabstand gefördert. Meist sind innerhalb einer Pflanze nur einzelne Astpartien betroffen („Volutella-Zweigsterben“). Die befallenen Blätter drehen sich häufig etwas sein, verfärben sich braun, trocknen ein, bleiben aber noch lange am Trieb hängen. Blattunterseits bildet sich ein lachsrosafarbener Sporenbelag aus, der für eine weitere Ausbreitung sorgt. Teilweise treten an den Trieben auch krebsartige Rindenrisse auf. Befallene Zweigpartien sollten frühzeitig herausgeschnitten und am Boden liegendes Laub sollte entfernt werden, da der Pilz auch im Falllaub überwintert. Zur Bekämpfung des Pilzes stehen auch geeignete Pflanzenschutzmittel (Fungizide) zur Verfügung. Verwechslungsgefahren bestehen mit dem Cylindrocladium-Buchsbaumsterben ( Foto) , einem weiteren, jedoch deutlich aggressiveren pilzlichen Erreger, der neben dunklen Blattverfärbungen zu einem raschen Laubfall führt und innerhalb kurzer Zeit ganze Pflanzen zum Absterben bringen kann. Beratung gibt es vom Fachpersonal im Gartencenter.

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Checkliste

  • Trat die Kräuselkrankheit im zurückliegenden Frühjahr verstärkt auf, sollten Sie auf vorbeugende Bekämpfungsmaßnahmen abhängig von der herrschenden Witterung bereits ab Ende Januar setzen. Treten die Symptome im Frühjahr auf, ist keine Bekämpfung mehr möglich.
  • Um einen Schneebruch zu vermeiden, sollten breit ausladende oder auch säulenartige Nadelgehölze zusammengebunden oder regelmäßig von den schweren Schneemassen befreit werden.
  • Im Garten aufgehängte Nistkästen kontrollieren, gegebenenfalls altes Nistmaterial entfernen und mögliche bauliche Mängel ausbessern.
  • Beim Kauf von Vogelfutter (Sonnenblumenkerne) auf Qualitätssaatgut achten, insbesondere auf die geprüfte Freiheit von Ambrosia-Samen, einem Unkraut mit einem hohen allergenen Potenzial.
  • Ein Abwerfen von Nadeln bei Kiefern im Herbst hat meist keine krankheitsbedingte Ursache, sondern ist ein natürlicher Vorgang, da auch Nadelbäume zum Winter einen Teil ihrer Nadeln, bevorzugt die älteren, als Verdunstungsschutz abwerfen.

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