Schönheit aus dem Garten

Ein Garten ist mehr als die Summe seiner Pflanzen. Diese lassen sich auf vielerlei Weise genießen und sie sprechen viele unserer Sinne an. Ein Garten kann auch ein Ort sein, der zum Wellness im Grünen einlädt – und die Pflanzen liefern die Grundstoffe für die selbst gemachten Pflegeprodukte. Alles natürlich!

Kräuter, Blütenblätter oder das Laub der Pflanzen: Einige von ihnen besitzen wertvolle Inhaltsstoffe, die sich für die eigene Herstellung von Cremes, Badezusätzen, Wellness-Tees oder Seifen, Öle und Salben eignen. Nachtkerzen-Öl pflegt zum Beispiel gereizte, rissige und trockene Haut, Lupinensamen zu einer Gesichtsmaske verarbeitet wirken hautstraffend und belebend, Gurkenseife ist mit Honig versetzt besonders hautverträglich und Wildkräuter-Tees sorgen, je nach Zusammensetzung, für gute Laune, frischen Schwung oder sie erleichtern das Einschlafen.

Rosen – wer liebt sie nicht?! Mit der richtigen Sortenwahl hält das Blühen über Monate an, unterschiedliche Wuchstypen und Blütenfarben sorgen für Dynamik. Vor allem aber begeistern viele Rosen nicht nur im Wellness-Garten mit ihrem Duft. Ihre Blüten finden nicht umsonst Anwendung in der Aromatherapie. Ein Sitzplatz unter duftenden Rosenblüten ist ein wunderbarer Ort zum Entspannen und Durchatmen. Die wohltuende Wirkung ist hier sofort spürbar. Aus Rosenblüten können Sie zum Beispiel Masken, Tees, Bäder, Gesichtswasser, Handcreme, Badesäckchen und vieles mehr herstellen. Und sich so immer wieder von Neuem an ihrem Rosengarten erfreuen.

Wonne in der Wanne

Schon Kleopatra wusste von der wohltuenden Wirkung von Rosen: Für ein Bad rühren Sie einen Löffel des Rosen-Öls ins heiße Badewasser. Nach dem Bad benetzen Sie Ihren Körper mit kühlendem Rosenwasser. Bei den Kräutern wählen Sie je nach Stimmung den passenden Badezusatz. Zitrusfrische Bäder bereiten Sie mit Zitronen-Verbene oder Zitronen-Pelargonie zu, lieblichen Badeduft  versprüht Lavendel und ein „Heu-Bad“ bekommen Sie, wenn Sie angewelktes Mariengras und Turiner Meister (Asperula taurina) ansetzen.

Die ideale Wassertemperatur für ein Kräuter-Bad liegt bei circa 36–38° C. Stellen Sie vorab einen Badesud aus den Kräutern her: Für ein Vollbad rechnen Sie mit 250g Kräutern – die Auswahl richtet sich nach der gewünschten Wirkung des Bads. Den Sud setzen Sie wie einen Tee an: Zehn Minuten vor Badebeginn geben Sie die Kräuter in 1 Liter kochendes Wasser. Kräuterblüten allerdings geben Sie am besten direkt auf das Badewasser, kurz bevor Sie in die Wanne steigen. Im aufsteigenden Wasserdampf gelangt der aromatische Duft direkt in Ihre Nase. Für Blütenbäder eignen sich all jene Kräuter, die sowohl duften als auch essbar sind.

Müde Füße macht ein erfrischendes und belebendes Kräuterbad wieder munter. Das Wasser sollte hier körperwarm sein und wie beim Kräuter-Bad setzen Sie, bevor Sie die Füße ins Nass tauchen, einen Kräuter-Sud an.

Natürlich gartenfrisch!

Kräuter haben viele positive Eigenschaften. Außer dem ihr eigenen Duft und ihrer Würze pflegen sie auch die Haut. Cremes und Salben, Wickel oder Packungen und Masken lassen sich aus natürlichen Zutaten selbst herstellen. Auf Konservierungsstoffe können Sie verzichten, wenn Sie Ihre Kosmetik in kleinen Portionen herstellen und zügig verbrauchen. Übrigens: Die Wirkung von Kräutern geht über die kosmetische hinaus: Ihre äußerliche Heilwirkung entfalten sie zum Beispiel bei einem Beinwickel mit Beinwell zur Pflege von Gelenkverletzungen oder Brüchen. Narben heilen besser, wenn Sie sie mit Ölen aus Ringelblumenauszügen pflegen.

Bei der kosmetischen Anwendung richtet sich die Auswahl der Kräuter wieder nach Ihren individuellen Bedürfnissen: Borretsch-Blätter wirken durchblutungsfördernd, Ringelblumenblüten klären und reinigen die Haut, Garten-Salbei, Nachtkerzen oder Rosmarin helfen gegen fettige Haut, entzündungshemmend wirken Aloe und Kamille, Garten-Salbei und Sauerampfer sind ein Heilmittel gegen großporige Haut.

Neben den Kräutern brauchen Sie für eine, je nach Wunsch, belebende oder beruhigende Maske zum Beispiel noch Quark, Joghurt oder Buttermilch, Olivenöl und Honig. Gegen rissige Hände von der Gartenarbeit hilft eine Kamillen-Handcreme: Als Zutaten reichen hier Olivenöl und Weizenkleie. Bienenwachs für Salben erhalten Sie bei Imkern oder Apothekern.

Gesunde Schönmacher

Für eine Kräuter-Gesichtsmaske mischen Sie zum Beispiel pro Anwendung zwei EL Quark mit zwei TL Oliven- oder Nussöl, einem Löffel Honig und den gewünschten Kräutern. Lassen Sie die Mischung circa eine halbe Stunde ziehen, bevor Sie sie auf Ihr Gesicht auftragen. Dort lassen Sie die Maske eine halbe Stunde einwirken und spülen sie dann mit Wasser ab. Alternativ können Sie eine Kräuter-Maske auch herstellen, indem Sie ein Eidotter mit Oliven- oder Nussöl verrühren und einen Spritzer Zitronensaft sowie die Kräuter dazu geben.

Wellness mit Rose

Pflegeprodukte aus Rosen sind eine Wohltat für die Haut und die Seele. Viele Wässerchen, Öle, Badezusätze oder Cremes lassen sich relativ einfach selbst herstellen. In kleinen Gläschen verpackt und liebevoll beschriftet sieht die Sammlung im Badezimmer hübsch aus. Die selbst gemachten Pflegeprodukte sind aber auch ein nettes Geschenk. Als Grundzutat gehört meist Rosenöl dazu – dieses ist sehr aufwändig in der Herstellung – kaufen Sie diese Zutat im Handel, je hochwertiger, desto besser. Außerdem verführen Rosen auch den Gaumen, zum Beispiel als Rosensirup, Essig, Bowle Likör oder als kandierte Rosenblüten.

Seife selbst gemacht

Das brauchen Sie:

  • 1 kg Fett (je 25 Prozent Palmöl, Kokosfett, Raps- und Olivenöl)
  • 146 g Ätznatron (aus der Apotheke, Sicherheitshinweise für den Umgang damit beachten)
  • 350 ml destilliertes Wasser
  • Kräuter und Blüten nach Wunsch

So geht’s:

Schmelzen Sie das Fett in einem Topf, Öl dazu geben. Das Ätznatron lassen Sie in das destillierte Wasser rieseln. Atmen Sie die Dämpfe, die beim Erwärmen entstehen, nicht ein und benutzen Sie unbedingt Handschuhe. Rühren Sie die Flüssigkeit stetig um, bis sie wieder klar ist. Wenn die Lauge und Öle handwarm sind, rühren Sie die Lauge unter Rühren vorsichtig in das Öl ein. Mit dem Stabmixer gut eine Minute mischen, dann von Hand weiter rühren, bis die Masse eine Pudding ähnliche Konsistenz hat. Jetzt geben Sie die Blüten und Kräuter dazu. Gut verrühren und dann in die vorbereiteten Formen füllen. Mit einem Karton abdecken und zur Seite stellen. Nach circa einem Tag können Sie die Seife aus der Form lösen. Die Seifenstücke lagern für circa vier Wochen an einem luftigen Platz, bis der Verseifungsprozess abgeschlossen ist.

Badesalz

Das brauchen Sie für ein Lavendel-Badesalz:

  • 100 g naturreines Meersalz
  • 5 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 2 Tropfen Mandarinenöl
  • 1 EL getrocknete Lavendelblüten
  • blaue Lebensmittelfarbe nach Wunsch

 

So geht’s:

Meersalz mit dem Lavendel- und Mandarinenöl in eine Glasschüssel geben. Lebensmittelfarbe dazu gießen und alles gut mischen. So lange rühren und drücken, bis sich alle entstandenen Klümpchen wieder aufgelöst haben und das Salz eine einheitliche blaue Farbe aufweist. Lavendelblüten vorsichtig untermischen. Vor dem Gebrauch sollte das Lavendel-Badesalz ein bis zwei Tage ruhen.

MP-3-16