Sanddorn

Die Superbeere

Dekorativ, anspruchslos und mega-gesund: Sanddorn ist die neue Trendbeere. Die „Zitrone des Nordens“ enthält zehn Mal so viel Vitamin C wie andere Zitrusfrüchte und wird in der Kosmetik als Heilmittel und Jungbrunnen eingesetzt. Und das bizarr-schöne Gehölz ist gut fürs Erdreich.

So gesund das Wildobst auch ist: Es lohnt sich, bei der Ernte ein paar Zweige stehenzulassen. In leuchtendem Orange, fröhlichem Gelb oder tiefem Orange-Rot ragen die Superbeeren unter Schnee und Raureif hervor – je nach Sorte rund, oval oder länglich. Auch der bizarre Wuchs, die dornigen Äste und die schmalen silbrig-grünen Blätter machen Sanddorn zu einer Augenweide. Kein Wunder, dass immer mehr Hobbygärtner das Gehölz in ihrem Garten pflanzen. Die Voraussetzungen sind leicht zu erfüllen, denn Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist sehr genügsam. Schwere Lehmböden sollten Sie mit Sand mischen und durchlässiger machen.

Kur für den Boden

Sanddorn ist nicht nur für Menschen wohltuend, sondern auch für den Boden und somit für andere Pflanzen in der Umgebung. Der Strauch beherbergt an seinen Wurzeln spezielle Bakterien, die Stickstoff aus der Luft fangen und damit das Erdreich anreichern. Die stark verzweigten flachen Wurzeln festigen zudem den Boden. Aus diesem Grund sind Sanddorngehölze oft an steilen Böschungen, zum Beispiel entlang von Autobahnen, zu sehen. Ungebremst breiten sie sich im Erdreich bis zu zehn Meter weit aus. Falls Sie dies verhindern wollen, sollten Sie die Ausläufer rechtzeitig entfernen oder eine Wurzelsperre um den Strauch eingraben. Damit es mit den Beeren auch etwas wird, benötigen Sie mindestens drei Pflanzen: eine männliche und zwei weibliche, denn die meisten Sanddorn-Sorten bilden Früchte nur durch Bestäubung. Eine Ausnahme bildet etwa die Sorte ‚Sandora‘.

Wichtige Vitamin-Lieferung bei Fleisch-Verzicht

Staunässe und Schatten sind das Einzige, was Sanddorn-Sträucher nicht vertragen. Mit praller Sonne kommen sie hingegen sehr gut zurecht. Dies liegt zum einen an den schmalen silbrigen Blättern mit feinen Härchen auf der Unterseite, die die Verdunstung auf ein Minimum beschränken. Zum anderen binden Carotinoide und die große Menge Vitamin C Radikale und schützen die Früchte so vor der hohen Strahlung, der Sanddorn an der Küste und im Gebirge ausgesetzt ist. Und das genau macht die Superbeere für uns so unglaublich gesund und reich an wertvollen Inhaltstoffen. Neben dem Allround-Genie Vitamin C enthält es zudem die Vitamine E, B1, B2, B6 und das begehrte Vitamin B12, an das Vegetarier und vor allem Veganer mit rein pflanzlicher Kost sonst kaum gelangen. Da viele Vitamine nur zusammen mit Fett direkt vom Körper verarbeitet werden können, liefert Sanddorn dieses praktischerweise gleich mit. Als eine von nur wenigen Pflanzenspeichert Sanddorn Öl in seinen Früchten, und zwar ungesättigte, pflanzliche und somit für den Menschen besonders gesunde Öle. Obendrein sind im Fruchtfleisch der Sanddorn-Beere zudem wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Folsäure und Mangan enthalten.

Schwerfällige Ernte – und die einfache Lösung dafür

Aufgrund seiner segensreicher Eigenschaften ist Sanddorn nicht nur im, sondern auch am Körper wohltuend und heilend. Es macht rissige Haut wieder weich und glättet Falten, schützt vor schädlicher UV-Strahlung und wird sogar bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Akne eingesetzt. Sanddorn wirkt entzündungshemmend, lindert Schmerzen und fördert die Heilung von Schnitt- und Schürfwunden, Ekzemen, Sonnenbrand und anderen Verbrennungen. Einziger Haken: Sanddorn-Produkte sind relativ teuer. Das liegt an der aufwendigen Ernte der kleinen Beeren, die dicht und fest an den dornigen Zweigen sitzen und selbst bei Überreife nicht von alleine abfallen.

Hobbygärtner haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie schneiden die Früchte einzeln ab oder ganze Zweige, die Sie anschließend gut waschen und in einer Tüte einfrieren. Im gefrorenen Zustand können Sie die Beeren dann leicht von den Zweigen klopfen. Der perfekte Erntezeitpunkt ist im Spätsommer und Herbst. Denn dann ist der Carotingehalt am höchsten und die Wunderbeere kann ihre ganze Wirkung entfalten.

Vorsicht: Sanddorn steht unter Artenschutz. Sträucher in freier Natur dürfen daher nicht abgeerntet werden.

Sanddorn – ein Küstengewächs?

Bei Sanddorn denken die meisten Menschen sofort an die Ostseeinseln Hiddensee und Rügen. Ursprünglich stammt das Gehölz jedoch aus Zentralasien, vor allem aus der Mongolei und Tibet. Während der Eiszeit breitete er sich nach Mitteleuropa aus und schlug Wurzeln in kahlen Kies- und Schotterflächen, die die Gletscher zurückließen. Als dort immer mehr Wälder dem lichtbedürftigen Strauch die Sonne nahmen, wanderte er in die Küstenregion. Aber auch in einigen Alpentälern ist Sanddorn noch zu finden. Der kompaktere und buschige Gebirgssanddorn trägt kleinere und noch vitaminreichere Beeren als die Küstengewächse.

Vitaminbombe

So viel steckt drin: Schon drei Esslöffel Sanddornsaft reichen aus, um den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen zu decken. 450 Milligramm Vitamin C stecken im Schnitt in 100 Gramm Sanddorn. Sorten die im Gebirge wachsen, bringen es sogar auf bis zu 1.300 Milligramm. Zum Vergleich: In derselben Menge Zitronen stecken rund 50 Milligramm Vitamin C, in Äpfel und Karotten etwa 20 Milligramm. Mithalten kann da nur noch die Hagebutte: Sie schafft 600 bis 1.200 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm.

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