Praxistipps: Bunter Herbst

Späte Farbenspiele

Bezaubernde Herbstblumen wie Garten-Chrysanthemen bringen noch einmal kräftig Farbe in den Garten. Die auch Winterastern genannten Blumen halten bei idealen Bedingungen bis in den November hinein durch. Dazu ist unter anderem ein nährstoffreicher Boden nötig, der weder zu trocken noch zu feucht ist. Staunässe vertragen die Herbst-Schönheiten überhaupt nicht, weshalb Sie in lehmhaltige Böden eine Drainage aus Kies oder Sand einarbeiten sollten.

Heidepflanzen pflanzen und richtig pflegen

Im Fachhandel werden nun wieder vermehrt Heidepflanzen angeboten. Die robusten Zwergsträucher bringen Farbtupfer in den Winter und können jetzt eingepflanzt werden: ins Beet, in Kübel und Balkonkästen sowie als Grabbepflanzung. Der Boden sollte etwas sauer sein. Ein pH-Wert unter 5 ist empfehlenswert. Je sandiger der Boden, desto besser. Achten Sie vor dem Einpflanzen darauf, wie groß die jeweiligen Pflanzen werden. Ideale Partner sind andere Zwergsträucher und Koniferen wie die Besenheide, Wacholder und Kiefern. Heidepflanzen sollten niemals ganz austrocknen. Besonders vor den ersten Frösten sollten Sie gut gießen.

Erntezeit im Beet und Obstgarten

Die Kürbisernte beginnt

Kein Herbst ohne Kürbis. Die ersten Wintersorten können bereits jetzt im Spätsommer geerntet werden. Sie erkennen den idealen Zeitpunkt daran, dass der Kürbis seine typische Farbe erreicht hat. Der Stielansatz sollte trocken und verkorkt sein. Achten Sie beim Ernten darauf, dass immer ein Stück vom Stiel an der Frucht bleibt und Sie die Schale nicht verletzten. Nur so bleibt er lange haltbar und kann gelagert werden. Bringen Sie den Kürbis direkt nach der Ernte an einen warmen und trockenen Platz. Die Temperatur sollte nicht unter 15 Grad Celsius sinken. So hält sich das Gemüse mehrere Monate lang.

 

Spinat und Feldsalat säen

Im August ist eine gute Zeit, um Spinat und Feldsalat direkt ins Beet zu säen. So können Sie Ende September die erste Ernte des Wintergemüses einfahren. Anders als im Frühling kann die Sommer-trockenheit zu Startschwierigkeiten der jungen Pflanzen führen. Vor der Aussaat sollten Sie daher den Boden lockern und gut bewässern. Da die Nächte im Spätsommer und Herbst schon sehr frisch sein können, sollten Sie eine Vliesdecke parat haben, um das Gemüse zu schützen.

 

Pflaumen und Zwetschgen ernten

Aufgrund des unterschiedlichen Sonneneinfalls reifen die Pflaumen und Zwetschgen eines Baums unterschiedlich schnell. Pflücken Sie die Früchte daher je nach ihrem Reifegrad – und wenn möglich in den Morgenstunden. Im Laufe des Tages verlieren die Früchte nämlich an Wasser, wodurch sie weicher werden und schneller verderben. Sobald die Bäume vollständig abgeerntet sind, sollten Sie das alte Fruchtholz zurückschneiden.

 

Mit Kraft in die kühle Jahreszeit

 

Hortensien düngen

Versorgen Sie Ihre Hortensien im Spätsommer ein letztes Mal mit Dünger. Bei blauen Blüten sollten Sie darauf achten, dass der Dünger viel Aluminiumsulfat enthält. Auch ein Dünger mit viel Kalium und wenig Phosphor unterstützt die Blaufärbung. Universaldünger ist für Hortensien generell keine gute Wahl, da er in der Regel zu viel Phosphor enthält. Greifen Sie zu Spezialdünger für Hortensien. Auch Dünger für Azaleen oder Rhododendren ist geeignet.

 

Stärkung für den Rasen

Eine Düngung im August und September macht den Rasen fit für den Winter. Am besten eignet sich ein Langzeitdünger, da dieser die Nährstoffe langsam aber kontinuierlich abgibt und dem Rasen so durch den Winter hilft. Ein hoher Kaliumanteil stärkt die Zellstruktur der Halme und macht sie so widerstandsfähiger gegenüber Frost und Schnee. Stickstoffhaltige Dünger sollten Sie jetzt hingegen meiden, da diese das Wachstum anregen.

 

Im Gewächshaus

Blüten an Gemüsepflanzen entfernen

Im Gemüsebeet Ihres Gewächshauses können Sie im Spätsommer und Herbst noch einmal richtig aus den Vollen schöpfen. Entfernen Sie nun aber die gelben Blüten, die nach wie vor an vielen Tomatenpflanzen wachsen. So kann die Pflanze ihre ganze Energie in die noch nicht reifen Früchte stecken. Auch andere Gemüsesorten wie Paprika, Gurken und Zucchini sollten von den unnötigen Kraftzehrern befreit werden. Ab September nicht mehr düngen.

 

Winterquartier für Kübelpflanzen

Frostempfindliche Kübel- und Topfpflanzen wie Drachenbaum, Kokospalme, Flamingoblume oder Hibiscus ziehen ab Mitte September wieder zurück ins Haus oder in das beheizte Gewächshaus. Vor allem immergrüne Arten wie Oleander, Lorbeer und Dattelpalme sollten auch während der Winterruhe nicht zu dunkel stehen.

 

Fenster reinigen

Damit in den dunklen Monaten möglichst viel Licht ins Gewächshaus kommt, sollten Sie jetzt noch einmal gründlich die Scheiben reinigen. Nutzen Sie die Zeit, wenn die Beete abgeerntet sind auch dafür, Reparatur- und Wartungsarbeiten durchzuführen: Scharniere ölen, rostige Stellen behandeln, beschädigte Scheiben austauschen, undichte Stellen reparieren usw.

 

Gartenteich auf den Winter vorbereiten

 

Herbstlaub entfernen

Befreien Sie die Oberfläche Ihres Gartenteichs regelmäßig vom Herbstlaub. Am besten eignet sich dazu eine Harke. Auch abgestorbene Pflanzenteile sollten Sie entfernen. Kommt es zur Verrottung, können sich im Winter Faulgase bilden, die Pflanzen und Fische gefährden und die Wasserqualität langfristig verschlechtern. Durch die erhöhte Nährstoffkonzentration droht im Frühling zudem eine Algenexplosion.

 

Teichpflanzen überwintern

Nicht alle Teichpflanzen sind winterhart. Wasserhyazinthen oder Lotosblumen sollten Sie über die Wintermonate ins Haus holen. Überwintern Sie diese einfach in einem Eimer voller Wasser an einem frostfreien aber hellen Ort. Die Seerose kann im Teich bleiben. Ebenfalls winterfest sind die Sumpfdotterblume, Rohrkolben, Tannenwedel, Schwanenblume, Sumpfiris, Gräser und Schilf. Sie versorgen den Teich im Winter mit dem nötigen Sauerstoff. Schneiden Sie stark wuchernde Pflanzen jedoch im Herbst auf wenige Zentimeter über Wasseroberfläche zurück.

 

Rosenpflege

Jetzt zurückschneiden

Um auch im nächsten Jahr die ganze Blütenfülle genießen zu können, sollten Sie Rosen jetzt zurückschneiden. Dies betrifft vor allem die schwachen Triebe. Aber auch die starken Exemplare können einen leichten Rückschnitt vertragen, denn so wird das Wachstum für neue Triebe angeregt. Entfernen Sie auf jeden Fall Wildtriebe, denn diese rauben der Pflanze unnötig Energie. Sie erkennen diese an den kleineren und andersfarbigen Blättern. Schneiden Sie generell unterhalb der alten Blüte.

Gehölze jetzt pflanzen

Für junge Gehölze ist jetzt die beste Pflanzzeit. So haben sie vor dem ersten Frost noch genug Zeit, Wurzeln zu schlagen. Der Vorteil für Gartenbesitzer: Ist der Strauch oder Baum gründlich angegossen, braucht er bei mildem, oft regnerischem Herbstwetter keine zusätzliche Bewässerung mehr.

Fallobst aufsammeln

Äpfel, Birnen, Zwetschgen und andere Obstsorten fallen frühzeitig vom Baum, wenn sie von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Sammeln Sie dieses Fallobst am besten täglich auf. Raupen des Apfel- und Pflaumenwicklers breiten sich sonst aus und überwintern in der Baumrinde. Zudem haben es Pilzerreger leicht, sich auf dem Rasen auszubreiten, wenn das Obst dort länger Zeit liegenbleibt.

Blumenzwiebeln setzen

Für Blumenzwiebeln, die im Frühling blühen, heißt es jetzt wieder: Ab in die Erde. Dazu zählen zum Beispiel Schneeglöckchen, Hyazinthen, Tulpen, Narzissen oder Winterlinge und Krokus. Achten Sie darauf, dass sich die Zwiebeln fest anfühlen, trocken sind und eine glatte Haut aufweisen. Je größer das Exemplar, desto kräftiger wird die Pflanze. Die meisten Zwiebelblüher schätzen einen sonnigen Platz – oder zwischen Sträuchern, die zur Blütezeit der Frühlingsboten noch kein Laub tragen und daher viel Licht auf den Boden dringen kann. Die Pflanztiefe richtet sich nach der Zwiebelgröße: Pflanzen Sie so tief, dass die Zwiebeln mit dem Doppelten der Zwiebelhöhe mit Erde bedeckt sind.

Herbstkrokusse blühen jetzt noch

Zwiebel einsetzen und auf den nächsten Frühling warten? Wenn Sie sich beeilen, sprießen Herbstkrokusse noch in diesem Jahr hervor. Die filigranen Blümchen blühen von Oktober bis in den November hinein.

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