Kräutertees aus dem Garten

Warum nicht in Ihrem Garten ein Plätzchen für einen sogenannten Teegarten einplanen? Aus Blättern, Blüten oder Früchten bestimmter Pflanzen stellen Sie ganz einfach Ihre eigenen Teemischungen her. Diese sind übrigens auch ein tolles Gastgeschenk!

In der Regel stammt der Tee, den wir im Handel kaufen können und trinken, aus
fermentierten Blättern des Teestrauchs (Camellia sinensis), auch als „Schwarzer
Tee“ bekannt. Kräutertees dagegen lassen sich ganz einfach aus den Blättern diverser
Kräuter und Gartenpflanzen selbst mischen. Von letztgenannten eignen sich zum Beispiel Bergminze oder Duftnessel (Agastache), Indianernessel (Monarda), Lavendel, Erdbeeren (Blätter und Früchte) oder die duftenden Varietäten von Geranien (Pelargonium). Diese Gartenpflanzen eignen sich sowohl getrocknet als auch frisch zur Verwendung als Teemischung.

 

Frisch oder getrocknet

Es geht einfach nichts über einen Tee aus frisch gepflückten Blättern und Blüten: Der Geschmack ist herrlich intensiv und pur! Dafür reißen Sie die Blätter erst in kleine Stücke und lassen Sie mindestens fünf Minuten ziehen – dann entwickeln sie ihren vollen Geschmack. Aber auch aus getrockneten Pflanzenteilen lässt sich leckerer Tee herstellen. Im Sommer können Sie meist Unmengen ernten, mehr als Sie frisch verwenden können. Sie tun also gut daran, einen Teil davon zu trocknen, den Sie später im Jahr verwenden. Obst enthält meist ziemlich viel Feuchtigkeit. Am besten trocknen Sie dieses im Ofen oder in einem speziellen Dörrgerät. Der Geschmack wird hierbei konzentriert: Tee zum Beispiel aus frischem Apfel ist köstlich, wenn Sie aber getrocknete Apfelstücke verwenden ist der Geschmack noch viel intensiver. Zu Obst, welches sich gut zur Teezubereitung eignet, zählen zum Beispiel noch Erdbeeren, Blaubeeren oder Holunderbeeren. Am besten legen Sie in den Sommermonaten einen Vorrat an, damit Sie auch im Winter in den Genuss der geschmackvollen Früchte im Tee kommen!

Eistee

An einem warmen Sommertag ist ein kühlender Eistee aus geschmackvollen Gartenpflanzen ein willkommener Genuss. Zunächst machen Sie einen starken Aufguss
aus geschmacksintensiven Pflanzen. Dazu zählen zum Beispiel Minze, Blätter
der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum), Erdbeeren, Holunder, Indianernessel
und Blaubeeren. Machen Sie den Tee dreimal stärker als normal. Süßen Sie mit Honig oder Stevia. Den abgekühlten Tee gießen Sie in ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas. Durch die Schockreaktion, wenn der Tee auf das Eis trifft, bleiben die Aromen erhalten.

Die besten Teepflanzen

Die Blätter der Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Schwarzer Johannisbeere oder Mädesüß (Filipendula ulmaria) sind eine gute Basis für eine feine Teemischung aus dem Garten. Die Blätter der Zitronenverbene (Aloysia), Zitronen-Melisse (Melissa), Zitronengras (Cymbopogon), und Zitronen-Geranie (Pelargonium graveolens) schmecken frisch – wie es der Name vermuten lässt – nach Zitrone. Bei Minze, Bergminze (Calamintha) und Schmallaubiger Bergminze (Pycnanthemum) haben die Blätter einen starken Pfefferminzgeschmack. Sehr intensiven, würzigen Geschmack tragen Basilikum, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Tagetes, Salbei und Fenchel bei. Süßdolde (Myrrhis) und Teppichverbene (Lippia) sind dagegen sehr süß. Die Wilde Bergamotte (Monarda) zählt zu den aromatischsten Teepflanzen, der Geschmack erinnert an den berühmten Earl Grey. Strohblumen, Ringelblumen und Rosenblätter bringen Farbe in die Mischung.

Der eigene Teegarten

Wenn einmal die Lust nach dem Geschmack der Teepflanzen geweckt ist, dann wollen Sie davon natürlich so viel wie möglich anbauen. Alle Teepflanzen lassen sich leicht in den Ziergarten integrieren.Oder Sie entbehren ein kleines Eck für Teepflanzen im Gemüsegarten – Kräuter ergänzen dort gerne die Beete. Selbst im Topfgarten können Sie Teepflanzen anbauen. Hübsch sieht zum Beispiel ein Kasten mit Zitronenverbenen, Minze, Tagetes und Basilikum aus. Am Ende des Winters ist die beste Zeit, den eigenen Anbau der Teepflanzen vorzubereiten. Saatschalen platzieren Sie zum Beispiel auf der Fensterbank oder im Gartengewächshaus. Leicht aus Samen lassen sich zum Beispiel Tagetes oder Basilikum ziehen. Im Mai haben Sie dann zahlreiche Jungpflanzen, die darauf warten, ab Monatsmitte endlich Ihre Beete zu zieren.

Die Ernte

Vom Frühjahr bis zum Herbst gibt es immer etwas zu ernten. Schneiden Sie knapp oberhalb eines Blattpaares. An dieser Stelle verzweigt sich die Pflanze neu und treibt frische Triebe, es bleiben keine eingetrockneten Zweige zurück. Blätter blühender Pflanzen enthalten weniger ätherische Öle, der Geschmack ist daher weniger intensiv. Bei Blütentrieben verwenden Sie die Blüten mit, denn diese haben oft ein angenehmes Aroma. Ernten Sie keine Ihnen unbekannten Pflanzen: Sie könnten giftig sein!

MP