Hart im Nehmen-Winterblüher!

Winterblüten als Besonderheiten im Garten

Graue und triste Winterzeit? Setzen Sie mit Winterblühern frische Akzente im Garten! Die meisten Arten sind anspruchslos und pflegeleicht. Haben sie sich einmal an ihrem Platz etabliert, blühen sie zuverlässig zu einer Zeit, in der die meisten Gartenpflanzen friedlich schlummern.

Während in den warmen Sommermonaten einzelne Blüten vor lauter Fülle kaum mehr wahrgenommen werden, erfreuen wenige, zarte Winterblüten in der kalten Jahreszeit – gerade ihre Einzigartigkeit macht sie so besonders. Dabei sind es selten knallige Farbakzente, sondern eher zurückhaltende Blütenfarben, die oft erst auf den zweiten Blick ins Auge fallen. Daraus ergibt sich auch schon der beste Platz im Garten für die Raritäten: Pflanzen Sie die Sträucher und Stauden an einer exponierten Stelle, sodass sie zum Beispiel vom Wohnzimmerfenster aus zu sehen sind. Auch ein Platz an der Terrasse oder im Eingangsbereich bietet sich an: Hier kommen Sie oft vorbei und freuen sich jedesmal über den blühenden Anblick.

Christrosen – Blüten in der Adventszeit

 

Die wohl bekanntesten Winterblüher kommen aus dem Staudenreich: Christrosen (Helleborus niger) werden bis zu 25 Jahre alt und ihre weiße Blüte beginnt bereits im November und dauert bis in den April hinein. Die populären Blütenpflanzen bietet der Fachhandel in großer Fülle an: Denn die zierenden Blüten sind vielseitig einsetzbar: Sie ergänzen die Winterbepflanzung im Topfgarten oder schmücken Tisch und Fensterbank in der Weihnachtszeit. Wer jedoch dauerhaft Freude an der Pflanze möchte, pflanzt sie in einen lichtschattigen Bereich im Garten: zum Beispiel unter Laubsträucher, zwischen Rhododendron oder zwischen Stauden, die im Winter noch lange ihr Laub behalten wie Bergenien, Elfenblumen, Schatten liebende Gräser oder Farne. Anschließend will die Christrose in Ruhe gelassen werden – und dankt es mit jährlich mehr werdenden Blüten. Zudem sät sie sich aus und neue Pflanzen gesellen sich hinzu. Wer dagegen den Boden auflockert, das Laub vom Beet entfernt, satt es dort zu belassen, den straft sie mit einem kümmerlichen und glücklosen Dasein ab. Christrosen sind also Pflanzen, die auch – oder besonders – Gartenarbeitsmuffeln gelingen!

Wertvolle Sträucher

Viele Winterblüher sind Sträucher, die ebenfalls meist unkompliziert sind. Der Echte Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) zählt zum Beispiel dazu. Die Hauptblütezeit in leuchtendem Gelb beginnt – in milden Lagen – bereits im Dezember und dauert bis in den April hinein. Da der Zierstrauch vor der Blüte alle Laubblätter abwirft sind die Blüten besonders gut zu sehen. Als Strauch wird er bis zu drei Meter hoch – wer ihm eine Kletterhilfe gibt, kann mit dem Echten Winterjasmin sogar kahle Fassaden verschönern. Alternativ wächst die anspruchslose Pflanze auch von oben nach unten, zum Beispiel in großen Pflanzgefäßen, von dort aus lässt sie Mauern unter ihrem Blütenkleid verschwinden. Im Kübel braucht der Echte Winterjasmin einen Frostschutz an seinen Wurzeln, zum Beispiel durch ein Umwickeln des Gefäßes mit Vlies oder Sackleinen aus dem Fachhandel. Die Blüten zeigen sich an einjährigen Trieben: Schneiden Sie deshalb die Pflanze, bei Bedarf, nach der Blüte zurück, um auch im folgenden Jahr wieder zahlreiche Blüten bewundern zu können.

Unter der riesigen Familie des Schneeballs ist auch ein Vertreter, der in der Winterzeit auf sich aufmerksam macht: Der Duftende Winter-Schneeball (Viburnum bodnantense ‘Dawn’) zählt zu den schönsten Winter- und Vorfrühlingsblühern. Die nach Vanille duftenden Blüten zeigen sich in knäueligen Rispen, zunächst als karminrote Knospen, die dann im Aufblühen hellrosa bis weiß werden. Dadurch wirkt der Strauch zweifarbig. Die Blütezeit beginnt bereits im November und dauert – nur unterbrochen von extremen Kälteperioden – bis in den April. Der Duftende Winter-Schneeball liebt einen sonnig-warmen Platz, zum Beispiel vor einer Hauswand, und gedeiht in jedem nährstoffreichen Gartenboden.

Ebenfalls nach Vanille duftet eine Rarität: Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) zeigt ihre Blüten oft erst ab dem achten Jahr nach der Pflanzung – wahrscheinlich findet sie deshalb nur selten Beachtung bei der Pflanzplanung. Ein Fehler, denn die Geduld zahlt sich aus: Glockenartig sitzen die Blüten am Zweig. Hellgelbe, wachsartige Blütenblätter halten die Winternässe ab, im Innern der Blüte sitzt ein zweiter, etwas kürzerer Kranz in kräftigem Purpur. Für Insekten, die die Wintersonne aufgeweckt hat, sind die vollen, nahrhaften Pollen ein wahres Schlaraffenland. Die traditionelle chinesische Medizin nutzt den Duft und verabreicht Blüten und Knospen als Mittel gegen Depression und Verstimmungen. Sie können die Blüten aber auch einfach einem Duftpotpourri zufügen. Die Winterblüte schätzt einen geschützten, sonnigen Platz – ein warmer Standort sorgt im Sommer für einen reichen Knospenansatz.

Nicht minder wertvoll, weil langsam im Wuchs, ist die Zaubernuss (Hamamelis)   , die in keiner Aufzählung von Winterblühern fehlen darf. Der Strauch ist nicht ganz günstig in der Anschaffung, die sich dennoch lohnt: Die zauberhaften Blüten in, je nach Sorte, leuchtendem Gelb bis Rot setzen herrliche Akzente im Wintergarten, zum Beispiel vor dunklen Koniferen, in deren Kontrast sich die Blüten, die sich ab Dezember zeigen, besonders gut abheben. Wichtig ist ein humusreicher und lockerer Boden, der nie austrocknet. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus bietet sich an. Setzen Sie keinesfalls die Schere an bei diesem Strauch: einerseits wächst er extrem langsam, andererseits zerstören sie so seinen von Natur aus anmutigen und lockeren Habitus. Auch auf ein Umpflanzen sollten Sie verzichten, wählen Sie den Platz bei einer Neuanschaffung also mit Bedacht aus!

Lenzrosen fürs Frühjahr

Während die Christrosen bereits im November zu blühen beginnen, setzen ihre botanischen Namensvetter, die Lenzrosen – oder auch als Nieswurz bekannt (Helleborus-Hybriden) – erst ab Februar ihre Blüten der Kälte und dem Schnee entgegen. Sie zählen damit zu den Vorfrühlingsblühern und sind darunter eine der ganz Großen. Die Farbbreite geht von Rot, Rosa, Weiß bis zu Gelbtönen. Oft sind die Blüten gesprenkelt, punktiert oder gestreift – und damit sehr auffällig und hübsch. Ihre Schönheit behalten sie bis in den April hinein und sind in ihren Ansprüchen ähnlich unkompliziert wie die Christrose. Am liebsten wachsen sie ungestört im Halbschatten.

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