Gut geplant ist halb geerntet

Selbst gezogenes Gemüse genießen – planen Sie jetzt schon den Anbau für die kommende Garten-Saison. Im Frühbeet, Gewächshaus und auf der Fensterbank können Sie schon im Februar aussäen. Robustes Freiland-Gemüse steht schon in den Startlöchern.

Egal, ob Sie Gemüsesamen selbst gezogen und gelagert haben beziehungsweise im Handel erwerben: Für die Saatgutmenge spielt zunächst die Größe der Gemüsebeete eine Rolle. Planen Sie diese so, dass auch die Beetmitte für Sie noch bequem zu erreichen ist. Gehen Sie in die Hocke und markieren Sie die Stelle auf dem Boden, die Sie ohne Anstrengung mit der Hand berühren können. Verdoppeln Sie den Abstand zu Ihren Zehen, um die optimale Beetbreite zu bestimmen. Die Wege zwischen den Beeten sollten mindestens 30 bis 40 Zentimeter breit sein. Natürlich können Sie die Beete auch rund wie in einem klassischen Bauerngarten anlegen.

Die Fruchtfolge: Abwechslung im Beet

Was steht in der kommenden Gartensaison auf dem Anbauplanplan? Beachten Sie bei der Auswahl des Gemüses die Fruchtfolge. In ein und dasselbe Beet sollten jedes Jahr andere Pflanzen einziehen, damit der Nährstoffhaushalt des Bodens im Gleichgewicht bleibt. Denn manche Gemüsearten sind fast unersättlich (Tomate), andere sehr genügsam (Knoblauch), einige Pflanzen benötigen viel Stickstoff (Salat, Spinat), andere wiederum viel Kalium (Aubergine, Zucchini). Um den Gemüseanbau möglichst effizient zu gestalten, sollten Sie Hauptkulturen, also Pflanzen mit langer Wachstumszeit wie Gurken oder Kartoffeln, mit Vorkulturen (z. B. Radieschen) und Nachkulturen (u. a. Feldsalat) kombinieren. So haben Sie zeitlich versetzt immer ein volles Beet. Die aufeinander folgenden Pflanzen sollten zudem verschiedenen Familien angehören und einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben. Tomaten zum Beispiel vertragen sich gut mit Petersilie, Spinat, Salat und Kohl. Auf Radieschen folgen am besten Möhren und Erdbeeren. Kartoffeln harmonieren mit Frühkohl und Buschbohnen.

Wenn Sie sich entschieden haben, was Sie aussäen wollen, geht es daran, einen Terminplan zu erstellen. Die Zeitpunkte für den Einzug ins Beet können sich zwar je nach Witterung noch verschieben, aber ohne eine grobe Planung wird schnell etwas übersehen. Robust gegenüber den noch niedrigen Temperaturen im März sind Radieschen, Endivien, Pastinaken, Spinat, Mangold und Erbsen. Falls Sie ein Frühbeet haben, können Sie dieses Gemüse schon im Februar aussäen. Das Gewächshaus ist dann sogar schon bereit für Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl sowie andere Kohl-Sorten. Im April können Karotten, Rote Beete Bohnen und Mais ins Freiland. Nach den Eisheiligen (circa Mitte Mai) ist das Beet frei für Kopfsalat, Lauch, Petersilie, Schwarzwurzel und Aubergine. Der Boden für das Frühgemüse sollte möglichst humuslos sein. Das Gleiche gilt für die Aussaat-Erde im Frühbeet oder Gewächshaus. Die Keimlinge dürfen zu Beginn der Wachstumsphase nicht stark mit Nährstoffen versorgt werden. Sonst haben Sie keinen Antrieb, kräftige Wurzeln auszubilden.

Tipps für Wurzel- und Blattgemüse

Bei der Aussaat unterscheidet man zwischen Wurzelgemüse (z. B. Radieschen) und Blattgemüse (z. B. Spinat). Die Samen des Wurzelgemüses werden etwa einen Zentimeter tief in die Erde gedrückt. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 10 bis 15 Zentimeter betragen. Sobald die ersten Blätter sprießen, ist es Zeit, die Reihen auszudünnen. Nur die stärksten Pflänzchen bleiben im Beet. Das erste Blattgemüse (z. B. Mangold und Spinat) kann ebenfalls ab März ausgesät werden, am Besten im Frühbeet oder zumindest mit einer Folie geschützt. Drücken Sie die Samen etwas tiefer in die Erde als bei Wurzelgemüse, etwa 1 bis 3 Zentimeter. Auch der Abstand zwischen den Reihen sollte etwas größerer sein: 20 bis 25 Zentimeter.

Für viele Gemüsearten wie Radieschen, Pastinaken oder Karotten kommt nur eine Direktsaat im Beet infrage, da sie das Umsetzen nicht vertragen. Bei anderen ist eine Vorzucht im Gewächshaus oder auf der Fensterbank möglich. Kandidaten hierfür sind vor allem Fenchel, Sellerie, Tomaten, Paprika, Gurken, Brokkoli, Mangold, Salat, Zucchini, Pepperoni, Aubergine und Kürbis. Pflanzen auf der Fensterbank vorzuziehen hat jedoch den Nachteil, dass sie dort nicht so abgehärtet werden und daher in der Regel etwas schwächer sind. Eine frühe Aussaat ist hier ebenfalls schwierig, da die Aussaat viel Licht benötigt. Eine Pflanzenleuchte kann sinnvoll sein, denn wenn die Sämlinge viel Wärme bei zu wenig Licht erhalten, bilden sie lange dünne Stängel mit schwachen Blättchen aus. Nach den Eisheiligen heißt es dann für vorgezogene Pflanzen: Rein ins Beet!

Frühbeet selbst bauen

Ein Frühbeet schützt junge Pflanzen vor den schlimmsten Bodenfrösten und eisigem Wind, sodass ein Anbau bereits im Februar möglich ist. Selbst ein Frühbeet zu bauen ist unkompliziert und relativ günstig. Wählen Sie einen möglichst sonnigen Standort und besorgen Sie sich im Baumarkt Holzbretter, die Sie zu einem Rahmen zusammenbauen, sowie vier Bohlen zum Verschrauben der Seitenwände. Der Rahmen kommt anschließend auf ein Holzbrett, das leicht in Richtung Süden abfallen sollte, damit Regenwasser abfließt. Für den Deckel bauen Sie einen Rahmen aus Holzlatten und tackern daran eine transparente Teichfolie. Achten Sie auf eine regelmäßige Belüftung. Sobald die Tage wärmer werden, sollten Sie die Abdeckung nur noch nachts schließen.

 

Wann geht’s rein ins Beet?

März

Radieschen: in einem Abstand von 5 bis 7 cm pflanzen, nach der Keimung vereinzeln

Zwiebel: könnten gesteckt und ausgesät werden, zunächst sehr geringer Abstand, dann vereinzeln

Spinat: ist sehr robust, dennoch bis Mitte April nachts mit Folie abdecken

Lauch: kleine Ständchen in der Schale vorziehen, kleine Löcher in den Boden bohren und einsetzen

April

Karotte: im Gewächshaus bereits früher, sollte aber nicht umgepflanzt werden, da sie sonst nicht gerade wachsen

Aubergine: geschützte Anzucht im Frühbeet oder im Gewächshaus

Kartoffeln: die Knollen werden gepflanzt, sechs Wochen vorher in einem hellen, 15 Grad warmen Raum vorkeimen lassen

Kopfsalat: wird ausgesät, junge Pflänzchen sollten vor Schnecken geschützt werden

Gurke: Vorkultur Ende April auf Fensterbank oder im Frühbeet, nach den Eisheiligen einpflanzen

Mai

Bohnen: Buschbohnen können jetzt ins Beet, Stangenbohnen erst im Juni

Tomaten: Vorkultur im Gewächshaus bereits im März, unter einer Folie bei günstigem Wetter gegen Ende April, besser nach den Eisheiligen, pflanzen

Zucchini: werden ausgesät, eine Pflanze ist sehr ertragreich, zwei Pflanzen versorgen problemlos eine Familie

Juni

Chinakohl: wird in zweiter Tracht angebaut, planen Sie genügend Platz ein, eine Pflanze kann bis zu 60 Zentimeter hoch und 3 Kilo schwer werden. Die Kulturzeit ist mit maximal 10 Wochen vergleichsweise kurz

Fenchel: Knollen-Fenchel gedeiht bei der späten Aussaat im Juni besser als im Frühling, da er nicht so schnell in die Höhe schießt, wählen Sie einen sonnigen Standort

Juli

Feldsalat: seine Aussaat eignet sich auch für Anfänger, der robuste Salat gedeiht fast überall und bis in den späten Herbst hinein

August

Winterrettich: auch Schwarzer Rettich genannt, sollte in Reihen mit einem Abstand von etwa 30 Zentimetern gesät werden, kann nach drei bis vier Monaten geerntet werden

Teltower Rüben: Aussaat direkt ins Beet, nährstoffarme Böden sind von Vorteil, die Rüben können ab Oktober geerntet werden

MP-1-2017