Die wunderbare Welt der Hortensien

Die wunderbare Welt der Hortensien

Hydrangea macrophylla ‚Camilla‘

Bekannt geworden sind Hortensien als blaue und rosa Hauptdarsteller in klassischen Bauern- und Cottage-Gärten. Doch dank neuer Züchtungen und Farben sind sie vielseitiger und begehrenswerter denn je.

Die prächtigen Blüten der Hortensie (Hydrangea) leuchten in atemberaubenden Tönen von Puderrosa über Flieder bis hin zu poppigem Pink, in Hell- und Royal-Blau oder in Violett- und Purpur-Schattierungen. Viele Gartenbesitzer schätzen aber auch die edlen Creme- und Weißtöne als ruhiges Gestaltungselement. Wir stellen die wichtigsten Arten und Sorten dieser grandiosen Gartenpflanze vor.

‘Saxon® Schloss Wackerbarth’

Das ist neu!

‚Hobergine‘

Die beliebte Bauernhortensie überrascht mit spektakulären Züchtungen wie etwa den ‘Curly’-Sorten. Die üppig gewellten Blütenblätter geben den Blütenbällen eine noch opulentere Anmutung; toll sind auch die noch strahlenderen Farben: Weiß, Blau und wunderschöne Violett-Töne. Ein besonderes Highlight sind die dreifarbig blühenden Sorten, sogenannte Trios. Eine Pflanze vereint beispielsweise hellrosa, dunkelrosa und blaue Blüten – ein außergewöhnliches Farbspektakel. In sich bunte Blüten bietet die faszinierende Hortensie ‘Saxon® Schloss Wackerbarth’, die mit Gelb-Grün, Pink-Rot und leuchtend blauer Mitte wie ein Kaleidoskop wirkt. Einen neuen Trend setzen dunkle Blütenfarben. So besticht die Sorte ‘Kardinal’ mit dunkelpurpurnen Blüten, während ‘Hobergine’ mit auberginefarbenen, beinahe schon ins Schwarze changierenden Blüten begeistert.

Die Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla) ist der Klassiker schlechthin. Mit ihren romantischen Blütenbällen in zauberhaften Farben und dem breitbuschigen Wuchs ist sie eine perfekte Solitärpflanze, fügt sich aber auch gut in großzügige Rabatten ein.

Eichenblättrige Hortensie

Die Eichenblättrige Hortensie (Hydrangea quercifolia) begeistert mit ihrer besonders filigranen Erscheinung und gilt bei uns noch als Rarität. Diese langsam wachsende, winterharte Art besitzt spitz gelappte Blätter, die an Eichenlaub erinnern. Im Juli und August erscheinen aparte weiße Blütenrispen, die bis 20 Zentimeter lang werden; im Herbst färbt sich das Laub feuerrot.

 

So gedeihen Hortensien optimal

Hortensien bevorzugen einen halbschattigen Standort, gedeihen aber auch in vorwiegend schattigen Lagen bzw. in voller Sonne (Rispen- und Eichenblättrige Hortensien). Sie lieben nährstoffreiche, tiefgründige und humose Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Kalkhaltige Böden sind nicht förderlich, auch wenn Hortensien nicht ganz so „allergisch“ darauf reagieren wie Rhododendren. Wasser brauchen Hortensien im Übermaß – nicht ohne Grund kommt das griechische „hydro“ in ihrem botanischen Gattungsnamen Hydrangea vor.

 

Der richtige Schnitt

Auf ihn kommt es bei Hortensien an – bei falschem Schnitt droht eine Blühpause. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Techniken vor:

Bauern- und Teller-Hortensien: Hier darf nicht zu viel geschnitten werden, denn diese Arten setzen schon im Herbst, also am alten Holz, die neuen Blüten an. Im Frühjahr schneidet man alte Blüten und erfrorene Triebe unterhalb der Blüten und direkt über den bereits erkennbaren, neuen Knospen ab. Eine Ausnahme bildet die Züchtung ‚Endless Summer‘. Schneidet man sie im Frühjahr knapp über dem Boden ab, kommen noch im selben Jahr neue Blüten, wenn auch etwas weniger üppig als sonst.

Rispen- und Schneeball-Hortensien: Hier findet jährlich ein kräftiger Rückschnitt statt, da die Blüten erst an den neuen Trieben erscheinen. Die Triebe werden im Herbst oder Frühjahr bis auf ein Augenpaar zurückgestutzt. Auch dürre Ästchen werden entfernt. So bilden sich schöne lange Triebe mit prachtvollen Blüten.

Kletter-Hortensien: Ein Schnitt ist nicht notwendig; gestutzt wird nur, um die Pflanze in Form zu halten bzw. wenn sie zu groß wird.

Kletter-Hortensie

Die Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris) erklimmt dank ihrer Haftwurzeln ohne Rankhilfe bis 15 Meter hohe Mauern – allerdings wächst sie recht langsam. Sie mag schattig-feuchte Standorte (Nord- und Ostlagen) und trägt im Juni/Juli süß duftende, flache Blüten in Weiß. Toll ist die gelbe Herbstfärbung des Laubs.

Extra -Tipp

Vergeilte, also zu schnell in die Höhe gewachsene und daher nicht so standfeste Jungpflanzen kann man noch retten, indem man die Triebspitzen mit zwei Blättern daran abschneidet und in einem Glas Wasser neu bewurzeln lässt. Das gelingt an einem hellen Standort meist in wenigen Tagen. Den bewurzelten Steckling dann in Erde pflanzen und wie vorgesehen weiter kultivieren.

Schneeball-Hortensie

Die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens) ist ein besonderes Highlight und kann mit einer Wuchshöhe bis anderthalb Meter gerade in kleinen Gärten eine Solitärstellung einnehmen. Die bekannteste Sorte ‚Annabelle‘ trägt ab Mitte Juni prächtige grünlich-weiße Blütenbälle bis 20 Zentimeter Durchmesser. Da sich die Triebe unter dieser Last (vor allem nach Regen) sehr biegen können, stützt man die Pflanze mit einem Staudenring.

Rispen-Hortensie

Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) ist die wohl unkomplizierteste Art. Sie ist absolut frosthart und verträgt auch volle Sonne. Mit ihrem aufrechten Wuchs eignet sie sich ideal als Randbepflanzung. Die bekannteste Sorte ist die gelb-grünliche ‘Limelight’, die sich im Verblühen rosa färbt (lange Blütezeit von Juni bis Oktober). Zauberhaft ist die neue Sorte ‘Vanille Fraise’, die rosa überhaucht von Juli bis zum ersten Frost blüht. Wer Weiß bevorzugt, wählt die gefüllte Sorte ‘Grandiflora’ (Juli bis September).

Hortensienvielfalt bei Olerum.de

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