Aubergine

Vielfältige Früchtchen!

Ihre auffällige Färbung und die vielseitige Verwendung machen die Aubergine so attraktiv. Robuste, kompaktwachsende Sorten machen den Anbau des wärmeliebenden Gemüses auch bei uns einfach.

Der Franzose tut sie ins Ratatouille, der Grieche in die Moussaka, der Italiener überbackt sie mit Tomatensugo und Mozzarella: Die Aubergine ist im mediterranen Raum weit verbreitet und wird dort überall gern zum Kochen verwendet. Und da wir die mediterrane Küche lieben, sollte sie auch bei uns auf keinem Speiseplan fehlen. Ihr englischer Name Eggplant kommt daher, dass die ursprünglichen Sorten dieser Gemüseart eher eiergroße, weißliche Früchte trugen. Erst später wurden Sorten mit größeren, dunkelvioletten Früchten angebaut. Deren seidig schimmernde Farbe ist so prägnant, dass sie sogar einer eigenen Farbnuance den Namen gab, Aubergine.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Fruchtformen und Färbungen: Je nach Sorte sind diese rund oder oval, schmal länglich oder keulenförmig. Die Früchte können im reifen Zustand weiß, violett-weißgestreift oder violett, auch rosa oder fast schwarz sein.

Das nahe mit Tomaten und Paprika verwandte Nachtschattengewächs (Solanum melongena) ist eine sehr alte Kulturpflanze, die ursprünglich aus Indien stammt und im 13. Jahrhundert aus Arabien durch die Sarazenen in den Mittelmeerraum gelangte, auch der Name Aubergine hat arabischen Ursprung.

Man schätzt den leicht bitteren, doch ansonsten recht neutralen Geschmack der Früchte, die sich ähnlich wie Zucchini auf vielerlei Weise würzen lassen. Das kalorienarme Gemüse besteht zwar zu über 90 Prozent aus Wasser, enthält aber viele gesunde Ballast- und Mineralstoffe wie Kalium sowie vor allem in der Schale Vitamin A und C. Roh können Auberginen aufgrund ihres Solaningehaltes ähnlich wie Kartoffeln nicht verzehrt werden.

Auberginen lieben Wärme

Bei uns kultiviert man die Aubergine einjährig, ähnlich wie Paprika oder Tomate. Von Natur aus wächst sie aber mehrjährig. Sie möchte einen besonders warmen, vor Regen geschützten Platz haben, um gut zu gedeihen und Früchte zu bilden. Zum Beispiel lassen sich kompakte Sorten gut im Kübel an einer hellen Hauswand unter dem Dachvorsprung kultivieren oder auf einem überdachten Balkon. Ideal ist auch ein Platz an einer überdachten Südterrasse, wo die Pflanze vor Nässe und Wind geschützt wachsen kann.

Aubergine als Kübelpflanze

Kultur-Tipps für Auberginen

Aussaat: Mitte Februar bis Anfang März im Haus, ähnlich wie Tomaten. Auberginensamen keimen bei 20 bis 28 Grad Celsius innerhalb von etwa zwei Wochen. Sie können die Samen auch eine Nacht in warmem Wasser vorquellen lassen. Um eine möglichst gleichbleibende Wärme zu gewährleisten, ist zum Beispiel ein kleines beheizbares Zimmergewächshaus ideal. Nach dem Keimen sollten Sie die Heizung wieder abschalten, damit die kleinen Sämlinge nicht vergeilen und sie bei Zimmertemperatur möglichst hell stellen. Als Substrat eignet sich sandige Aussaaterde. Diese sollten Sie während der Keimzeit gleichmäßig feucht halten. Die Jungpflanzen einzeln in Töpfe pikieren, wenn sie zwei Laubblätter entwickelt haben.

Standort: Ab Mitte Mai die Pflanzen dann in größere Kübel in Gemüse- oder Komposterde umpflanzen und nach draußen an einen warmen, schützten Platz stellen oder sie in einem Gewächshaus weiterwachsen lassen.

Gießen und düngen: Auberginen brauchen regelmäßig Wasser – vor allem, wenn sie Früchte ausbilden. Beim Gießen aber die behaarten Blätter möglichst nicht benetzen. Einmal die Woche etwas flüssigen Dünger für Gemüsepflanzen mit in das Gießwasser geben.

Pflegetipps: Geben Sie der Pflanze einen Stab als Stütze an den Haupttrieb. Bald bilden sie die ersten hellvioletten Blüten in den Blattachseln. Die Pflanzen dann – hauptsächlich beim Anbau unter Glas – regelmäßig vorsichtig rütteln, damit die Bestäubung der Blüten gesichert ist.

Ernte: Die Früchte möglichst nicht bis zur Samenreife an den Pflanzen lassen, sondern vorher ernten. Es ist nicht so einfach, den richtigen Zeitpunkt hierfür abzupassen. Sind die Früchte innen noch grünlich, enthalten sie noch zu viel Solanin. Wird die Schale matt und das Fruchtfleisch wattig und ist mit Kernen besetzt, sind die Auberginen schon zu reif. Bei weißen oder weiß gestreiften Früchten sollte man diese ernten, bevor sie gelblich werden. Bei der Ernte die Früchte mit dem Kelchansatz daran vorsichtig abschneiden, nicht abreißen.

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