Willkommen in Entenhausen!

Während Hühner am liebsten in der Erde nach Gliedertieren picken, so haben sich
Laufenten als Schneckenvertilger einen Namen gemacht und dürfen als solche in
immer mehr Gärten ihre Runde drehen. Wie sie zu mehreren mit hoch aufgerichteten
Körpern über die Wiese watscheln und im leichtfüßigen Synchronschritt Kurven
schlagen, ist mehr als unterhaltsam.

 

Dazu wird munter geschnattert.

Legt sich die Aufregung, fangen die Tiere an, im Gras und in der Erde nach Schnecken zu gründeln – und das dürfen gerne die dicken, nackten sein. Als Feinschmecker säubern sie ihre Beute vor dem Verspeisen vom Schleim, indem sie die Nacktschnecken
im Wasser hin- und herschwenken. Eine Wasserwanne im Garten
ist deshalb unerlässlich, auch weil die Tiere selbst öfter ein Bad nehmen.
Von Laufenten hält man mindestens ein Paar aus Ente und Erpel, das einen bis
zu 1 000 Quadratmeter großen Garten schneckenfrei hält. Je mehr weibliche Tiere
dazukommen, desto besser. Eine große Gruppe von 10–12 Tieren benötigt dann
aber ein größeres Grundstück von bis zu 5 000 Quadratmeter. Vielerorts gibt es
Laufenten zu mieten. Doch um einen Garten nachhaltig von Schnecken zu befreien,
sollte man eine feste Truppe bei sich aufnehmen, weil jeder Umzug Stress für sie
bedeutet. Außerdem will man sie bald gar nicht mehr hergeben, denn die liebenswerten
Gewohnheitstiere werden mit der Zeit richtig zutraulich.
Junge Laufentendamen legen ab März fleißig dickschalige Eier, die sich für Omelette
und Kuchen eignen. Ihre Nester verstecken sie so gut, dass man sie oft im Garten
suchen muss. Laufenten sind sowieso recht selbstständig und daher einfach zu
halten.

 

Idealerweise ist ein Garten eingezäunt, damit die Tiere nicht das Weite suchen
und Hunde die Tiere in Ruhe lassen. In der Nacht brauchen sie wie die Hühner
einen Stall, der sie vor Füchsen, Mardern und Greifvögeln schützt. Dort hinein marschieren sie meist freiwillig wenn es dunkel wird. Weil den Enten oft nicht nur die Schnecken schmecken, sondern auch der Salat auf dem diese sitzen, sollte man Saat- und frisch bepflanzte Gemüsebeete einzäunen. Der Rest des Gartens ist Entenrevier, denn an älterem Blattwerk haben sie weniger Interesse. Die Tiere sind recht wendig und leichtfüßig, zertrampeln weder die Beete noch verdichten sie den Boden. Der Dreck, den sie hinterlassen, ist flüssig und wird direkt vom Boden aufgenommen oder mit dem nächsten Regen fortgespült. Enten und Hühner lassen sich auch zusammen halten. Ein gemeinsamer Stall stresst aber die Tiere – nachts sollten sie jeweils unter sich sein. Doch ein gemeinsamer Auslauf kommt an – solange die Enten die Tränke der Hühner nicht als Bademöglichkeit nutzen. Wer viel im Garten ist, wird das schnatternde und gackernde Gefolge genießen: Beim Aufhacken der Beete, beim Graben oder Unkrautjäten holt es sich aus dem offenen Boden sofort die Leckerbissen.

MP