Vogelparadies im Garten

Im Winter ist wieder Vogelfütterzeit. Sie können aber das ganze Jahr über etwas tun, um es den gefiederten Freunden in Ihrem Garten so angenehm wie möglich zu machen. Vor allem heimische Wildsträucher bieten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten.

Vogelgezwitscher im Frühling und bunte Piepmatze im Schnee: Ohne Vögel wäre der Garten ziemlich trostlos. Da ihnen die unberührte Natur fehlt und Monokulturen ihre Nahrung knapp werden lässt, werden sie aber vor allem in urbanen Gebieten immer weniger. Die Vogelpopulation nimmt ab. Helfen Sie den gefiederten Freunden, indem Sie Ihren Garten in ein Vogelparadies verwandeln. Dazu ist nicht einmal eine große Fläche nötig.

Der ideale Wohlfühlort für Vögel

Vögel brauchen gar nicht so viel, um im Winter gut über die Runden zu kommen und sich auch im Sommer wohlzufühlen. Das Wichtigste: ein nicht allzu streng gepflegter Garten und heimische Pflanzen. Bei Ersterem ist natürlich nicht gemeint, dass Sie Ihr Grundstück verwildern lassen sollen. Dennoch ist eine möglichst naturnahe Gartengestaltung vogelfreundlicher als eine künstliche Ordnung. Auf exotische Pflanzen fliegen unsere heimischen Vögel leider gar nicht. Oleander und Co. schaden ihnen zwar auch nicht, achten Sie aber darauf, ein paar heimische Gehölze, am besten Wildsträucher, im Garten zu haben. Nahrung, Nistmöglichkeiten und Deckung vor Feinden: das sind die drei Dinge, die Vögel vor allem brauchen.

Ungestört verstecken

Schaffen Sie Rückzugmöglichkeiten auf allen Ebenen. Manche Vögel wie der Buchfink wollen hoch hinaus und bauen ihr Nest in hohen Baumkronen. Andere brüten lieber am Boden. Die Dornen und Stacheln von Rosensträuchern lieben Vögel besonders. Sie halten Katzen und andere Räuber fern und im Herbst gibt es leckere Hagebutten zu naschen. Was Vögel ebenfalls lieben: Komposthaufen, kleine Berge voller Laub und Reisig im Herbst, etwas Fallobst, dichtes Dickicht und eine überschaubare Frei-fläche. Eine Trockensteinmauer macht das Vogelparadies komplett. Nischenbrüter können hier ihr Nest bauen und nahrhafte Insekten tummeln sich in den Spalten.

Vogelparadies für das ganze Jahr

Deckung und etwas zu naschen finden Vögel vor allem im Herbst, teilweise aber auch bis in die Wintermonate hinein, an beerentragenden Sträuchern. Achten Sie auf Frühblüher, um überwinternden Vögeln frühzeitig den Frühling zu versüßen. Wintergrüne Pflanzen wie Purpurglöckchen (Heuchera), Johanniskraut (Hypericum), Brandkraut (Phlomis russeliana) oder Lorbeer-Kirsche (Prunus laurocerasus) bieten den Tieren das ganze Jahr über Rückzugsmöglichkeiten. Denken Sie daran, dass sich viele Vögel von Insekten ernähren. Ein insektenfreundlicher Garten mit heimischen Stauden und Wildkräutern ist auch ein Anziehungspunkt für Vögel, da sie hier reichlich Futter finden – schneiden Sie Fruchtstände der Stauden nicht vor dem Winter ab!

Vogelparadies auf kleinem Raum

Falls Sie einen kleinen Garten oder nur einen Balkon haben, können Sie dennoch ein Vogelparadies schaffen. Lassen Sie beispielsweise Kletterpflanzen an der Mauer oder an Spalieren hochranken. Vögel fliegen auch gerne vertikale Beete oder Blumenampeln an. Spalierobst und Hochstämmchen sehen hübsch aus und erfreuen auch die gefiederten Freunde. Große Fensterflächen sollten Sie kennzeichnen.

Futtersilo statt Vogelhäuschen

Der Naturschutzband NABU rät, zur Vogelfütterung ein Futtersilo oder ein Vogelhäuschen mit Silo aufzustellen. So kommt das Futter nicht in Kontakt mit dem Kot der Vögel – einer der häufigsten Gründe für die Übertragung von Krankheiten – und bleibt vor Wind und Wetter geschützt. Die Vögel picken das Futter aus der Öffnung und es rutschen immer wieder neue Körner nach. Auch hier gilt: Platzieren Sie das Silo in einer Höhe, die Schutz vor Katzen und anderen Feinden bietet.

Artensterben heimischer Brutvögel

Die Vogelbestände in Deutschland sinken seit den 90er-Jahren dramatisch. Seither hat sich die Anzahl der Tiere halbiert. Das gab die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen bekannt. Die Zahl der Brutvögel sei in den ländlichen Regionen der EU-Länder in den letzten 30 Jahren um 600 Millionen Tiere gesunken. Hauptgrund für das Artensterben: der Rückgang von Lebensräumen.

Körner- oder Weichfutterfresser?

Vögel werden je nach Futtervorliebe in zwei Gruppen aufgeteilt:

Körnerfresser haben einen kräftigen Schnabel, mit dem sie die Schalen aufknacken können. Sie lieben alle möglichen Kerne, vor allem Sonnenblumenkerne aber auch Mohn und Buchweizen. Zu den Körnerfressern gehören unter anderem Fink, Sperling, Meise und Stieglitz.

Weichfutterfresser haben zierliche und spitze Schnäbel und fressen im Sommer vor allem Würmer und andere Insekten. Im Winter freuen sie sich über Beeren (zum Beispiel Vogelbeeren, Hagebutten, Holunderbeeren und Rosinen), Apfel- und Birnenspalten, Rosinen, Hafer, Kleie oder ungesalzener gekochter Reis. Die bekanntesten Weichfutterfresser sind Amsel, Rotkehlchen, Drossel und Star.

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