Tipps vom Pflanzendoktor: Februar-März

Blattminierer an Feuerdorn!

Die Larven der am Feuerdorn (Pyracantha) auftretenden Feuerdornminiermotte fressen innerhalb der Blätter und rufen so eine größere Platzmine hervor. Da sich die obere Blattschicht ablöst, eintrocknet und Luft in den Hohlraum eindringt, verfärbt sich die Schicht papierartig hell und hebt sich deutlich vom sonst weiter grün gefärbten Blatt ab (Abbildung). Insgesamt entwickelt sich in einem Blatt nur eine Larve, wobei die Mine oft die nahezu gesamte Blattspreite einnimmt. Insgesamt treten zwei Generationen pro Jahr auf. Die Miniermotte überwintert als Larve innerhalb der Blätter. Im Frühjahr schlüpfen die nur knapp vier Millimeter kleinen Falter. Um den Zyklus zu unterbrechen, sollten Sie befallene Blätter über den Winter entfernen. Die Art ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, tritt jedoch in Deutschland seit den 1980er-Jahren vermehrt auf. Das Schadausmaß kann je nach Witterung und Vorjahresbefall stark unterschiedlich sein.

Ganz in rosa: Buchsbaumkrebs

Neben dem gefürchteten Buchsbaumsterben durch den Pilz Cylindrocladium buxicola gibt es weitere Pilze am Buchs, die jedoch deutlich weniger Schäden verursachen. Recht häufig tritt der Erreger des Buchsbaumkrebses auf (Volutella buxi), der meist nur einzelne Triebe befällt und hier vereinzelt zu den namensgebenden krebsartigen Wucherungen führt. Charakteristischer sind hingegen die Blattsymptome, wobei es hier unter feuchten Bedingungen durch die gebildeten Fruchtkörper und Sporen zu einem auffälligen, lachsrosafarbenen Überzug auf der Blattunterseite kommt (Abbildung). Befallene Schadstellen im Buchsbaum sollten Sie bis zum Frühjahr herausschneiden.

Bakterielle Ursache: Wurzelkropf an Rose

Tumorartige, später stark verholzte und bis faustgroß werdende Gallen am Wurzelhals der Rose werden durch das Bodenbakterium Agrobacterium tumefaciens hervorgerufen. Pflanzenschutzmittel helfen nicht. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollten die Gallen bei Neupflanzungen entfernt werden (nicht auf den Kompost). Die Bakterien treten häufig bei Rosen auf, können aber auch andere zweikeimblättrige Pflanzen befallen.

Blatt- und Triebsterben an Kerria

Seit einigen Jahren treten in Deutschland am Ranunkelstrauch (Kerria japonica) vermehrt auffällige Blattflecken und Verbräunungen an den Trieben auf, die durch einen neuen pilzlichen Erreger verursacht werden. Dieser vor über 100 Jahren erstmals in den USA beschriebene Pilz führt zu meist zahlreichen rötlich gefärbten, ein bis vier Millimeter kleinen Blattflecken, die später auch zusammenfließen (Abbildung). Häufig konzentrieren sich die Flecken zu Beginn am Blattrand. Der Pilz kann neben den Blättern auch die Triebe infizieren und führt dort zur Bildung von mehreren Millimeter großer Flecken. Bei einem stängelumfassenden Befall kommt es zum Absterben der Triebe. Häufig sind auch die Ansatzstellen der Seitentriebe befallen. Die innerhalb der Flecke gebildeten Fruchtkörper rufen über die freigesetzten Sporen und ihre Verbreitung über Wind und Wasserspritzer neue Infektionen hervor. Unter feuchten Bedingungen weisen die Sporen einen weißlichen Schleim auf, der innerhalb der Flecke gut erkennbar ist. Der Pilz überdauert im Herbstlaub und in den erkrankten Trieben. Entfernen Sie bis zum Frühjahr das Laub vom Boden und schneiden Sie erkrankte Triebe zurück. Für die Bekämpfung während der Vegetationszeit gibt es Pflanzenschutzmittel.

Rosen mit auffälligen Gallen

An den Rosentrieben finden sich manchmal größere, haarige Gallen fester Konsistenz. In ihrem Inneren leben weißliche Larven. Verursacher ist die Rosengallwespe, deren Weibchen im Frühjahr die Triebe anstechen und ihre bis zu 60 Eier in den noch geschlossenen Knospen ablegen. Gesteuert über verschiedene Hormone kommt es dann zur Bildung der auffälligen Gallen. Die besetzten Triebabschnitte haben eine erhöhte Windbruchgefahr. Die Verpuppung zum nur wenige Millimeter kleinen Insekt – hier gibt es meist auch nur Weibchen – erfolgt im Frühjahr, sodass ein Rückschnitt der Gallen über dem Winter ausreicht. Häufig werden die Larven auch parasitiert, sodass neben dem eigentlichen Verursacher auch andere Insekten schlüpfen.

Checkliste

Achten Sie vor allem bei Zier- und Nadelgehölzen auf die Gefahr von Schneebruch.

Kontrollieren Sie Obstgehölze auf Fruchtmumien und entfernen Sie diese bis zum Austrieb aus dem Baum oder Strauch. Neben Apfel und Birne sollten Sie auch Kirsche und Pflaume sowie Johannisbeere kontrollieren.

Die als Ei an den Trieben überwinternden Blattläuse oder auch Milben lassen sich im zeitigen Frühjahr mithilfe von ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln behandeln und zwar in Form einer Austriebspritzung.

Entfernen Sie befallene Astpartien bei Obstgehölzen, bevor der Borkenkäfer schlüpft.

Die zwei bis drei Millimeter kleinen überwinternden Eier von Blattläusen sind meist schwarz, glänzend gefärbt und werden als Gelege an den Trieben abgelegt. Entfernen Sie diese, falls Sie sie bei der Gartenarbeit entdecken.

Mehltaupilze, die den Winter in den Knospenschuppen überdauern – wie bei der Stachelbeere oder beim Apfel – zeigen im zeitigen Frühjahr einen weißlichen Belag der jungen Triebspitzen, den Sie durch Schnittmaßnahmen entfernen können.

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