Salatvielfalt- Salate selbst anbauen

Neue Salat-Vielfalt aus Beet und Kasten!

Einfaches Salatbeet im Gemüsegarten

Salat ist eine alte Kulturpflanze. Vermutlich baute man ihn schon in der Antike im vorderasiatischen Raum an. Mit den Römern kamen die zarten Blätter dann auch in unsere Breiten. Landeten bis vor einigen Jahren hauptsächlich Kopf- und Eissalat in unseren Schüsseln, ist die Vielfalt inzwischen grandios.

Grüner Kopfsalat, Eissalat, Endivie und Romana-Herzen gehören zum beliebten Standard-Repertoire, auf das niemand mehr verzichten möchte. Doch auch bei den Salaten gibt es viele Überraschungen. Ob pfeffrig, bunt, praktisch in der Ernte oder neu wiederentdeckt: Wer ausprobiert, wird belohnt – versprochen!

Asia-Salate

Asiatische Küche steht hoch im Kurs – und Asia-Salate (meist handelt es sich um Pflücksalate) bringen frischen Wind ins Gemüsebeet, in die Salatschüssel und den Wok. Viele Sorten besitzen ein pfeffrig-scharfes Aroma; die geernteten Blätter kann man auch gut als „Zugabe“ unter milde heimische Salate mischen. Mizuna hat eine leichte Schärfe, die an Radieschen erinnert, und eignet sich zur Frühjahrs- und zur Herbsternte. Die Sorte Mustard ‘Red Giant’ kitzelt mit Meerrettich-Aroma die Geschmacksknospen und kann auch im Wok gegart werden. Komatsuna ist hingegen mild und besitzt einen kohlähnlichen Geschmack. Tipp: Toll sind Asia-Samen-Mischungen, die drei oder vier Sorten umfassen (z.B. SPERLI ‘Asia Spicy Green Mix’ oder Thompson & Morgan Babyleaf-Mischung ‘Nice n Spicy’).

Lollo Rosso

Rotblättrige Salate

Viele Arten sind in rotblättrigen Züchtungen erhältlich. Diese besitzen meist einen herberen, erdigeren Geschmack als die grünen Verwandten. Und die roten Farbstoffe wirken zugleich als wertvolle Vitalstoffe – rote Sorten haben also ernährungsphysiologisch die Nase vorn. Radicchio und ‘Lollo Rosso’ sind italienische Klassiker, die nicht mehr von der Salat-Karte wegzudenken sind. Auch Romanasalat ist ein echter Evergreen – von dem es jetzt seit neuestem rotblättrige Variante gibt, zum Beispiel ‘Outrageous’. ‘Ovired’ ist eine rote Züchtung, die zwischen Feld- und Romanasalat liegt. Was viele nicht wissen: Rote Bete ist nicht nur als die bekannten herzhaften Knollen zu ernten, sondern auch als Schnittsalat. Dafür sät man die Rote Bete wie Spinat in enge Reihen aus und schneidet die acht bis zehn Zentimeter hohen Blätter ab.

Salat Babyleaf-Mischung (Schnittsalat), Pflücksalat

Babyleaf-Salate

Baby Leafs sind sprichwörtlich „in aller Munde“. Es handelt sich allerdings nicht um eine bestimmte Salat-Sorte, sondern um unterschiedliche Pflück- und

Schnittsalate sowie Gemüse-Arten, deren Blätter in sehr jungem, zartem Zustand geerntet werden. Es werden zahlreiche Mischungen angeboten, die neben Gartensalat-Sorten auch Mangold, Pak Choi, Spinat und Senf umfassen können. Baby-leaf-Salate gedeihen ideal in Kübeln und Kästen, was sie auch bei „Urban Gardenern“ ganz nach oben auf die Beliebtheitslisten katapultiert. Gepflückt werden die nur wenige Tage bis Wochen jungen Blätter; wer regelmäßig nachsät, kann bis tief in den Herbst hinein ernten. Besonders praktisch sind Babyleaf-Saatbänder, die zu enges Aussäen vermeiden und die richtigen Abstände vorgeben.

 

Salanova, der patente Schnittsalat

Sein Hauptmerkmal besteht darin, dass alle Blätter ohne Herz und dicke Blattrippen am Blattansatz zusammenlaufen – mit einem einzigen Schnitt zerfällt der „Kopf“ in mundgerechte Blätter. Deshalb kennt man ihn auch unter der Bezeichnung „Multileaf-Salat“. Die neuen Sorten wie ‘Descartes’, ‘Seneca’ (grünblättrig) oder ‘Seurat’ (rotblättrig) sind resistent gegen gegen die Grüne Salatblattlaus.

Säen, pflanzen und pflegen

AUSSAAT: Wer schon im Januar auf der Fensterbank oder ab Februar im Frühbeet aussät, kann bereits im Frühling eigenen Salat ernten. Ab Ende März/Anfang April findet je nach Region und Witterung die Aussaat ins Freiland statt. Tipp: Bis September alle zwei Wochen nachsäen – und es kann pausenlos bis in den Spätherbst hinein geerntet werden.

PFLANZEN: Vorgezogene und abgehärtete Setzlinge werden vier bis fünf Zentimeter tief in die Erde gesetzt (der Wurzelansatz liegt etwas über dem Boden). Idealerweise mischt man etwas Kompost unter die Erde.

STANDORT UND PFLEGE: Salate mögen sonnige Lagen (im Hochsommer etwas schattieren) und humusreiche, stickstoffarme Böden. Wichtig ist das Einhalten einer Fruchtfolge; Salat sollte man nur alle vier Jahre auf demselben Beet anbauen. Ideal ist eine Vorkultur mit Gründüngung (zum Beispiel Bienenweide). Sinnvoll ist Mulchen, um den Boden feucht und unkrautfrei zu halten.

SCHÄDLINGE UND KRANKHEITEN: Gefräßige Schnecken hält man mit Schneckenzäunen ab. Das Sprühen mit Schachtelhalmjauche beugt Falschem Mehltau vor.

MP1-18