Rosenkavaliere

Die Rose – im Blütenreich ist sie die Schönste! Doch auch sie versammelt  gerne eine attraktive Entourage um sich, die ihre Reize unterstreicht. Bieten Sie Ihren Rosen also einen standesgemäßen Rahmen: Zünden Sie ein florales Feuerwerk aus Sommerblumen und Stauden, schaffen Sie trendige Kombinationen mit Gräsern oder stellen Sie der Diva langlebige Gehölze an die Seite!

Kletterrose ‚Heidelberg‘ und Lavendel

 

 

 

 

Rosen und Stauden – das ist eines der klassischen Traumpaare der Gartengestaltung.

Englische Rabatten-Looks ergeben sich, wenn man Rosen mit Frauenmantel, Rittersporn (Delphinium), Katzenminze (Nepeta), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Storchschnabel (Geranium), Glockenblume (Campanula) und Schafgarbe (Achillea) vereint.  Für Liebhaber bewährter Kombinationen sind diese Paarungen eine sichere Sache, mit der man wenig falsch machen kann und wunderschöne Frühsommer-Beete zaubert. Wer es ein wenig mutiger und kreativer mag, kann aber auch gerne außergewöhnliche Kombinationen probieren.

Rosen und Einjährige

Ein unkompliziertes und spontanes Experiment kann man mit ein paar Samentütchen durchführen. Lassen Sie sich einfach von der riesigen Auswahl inspirieren, die das Saatgut-Regal im nächsten Fachhandel bietet: Wie wäre es mit der altmodisch-verträumten Jungfer im Grünen (Nigella damascena), die einen verspielten Kontrapunkt zu kompakten Rosenblüten setzt? Besonders schön verträgt sich das zarte Fliederfarben mit samtig roten Rosenblüten. Poppige Akzente unter Hochstämmchen setzt man mit gelb-orangefarbener Kapuzinerkresse (Tropaeolum). Eine ähnlich plakative Wirkung, wenn auch auf „höherem Niveau“, entfaltet das duftige Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus), das in Weiß, Zart- und Dunkelrosa erhältlich ist und mit einer langen Blühdauer aufwartet.

Charmante Trendsetter

Gegensätze ziehen sich an, so lautet ein bekanntes Motto, dessen Richtigkeit sich nicht selten auch in der Gartengestaltung erweist. Möchte man es praktisch umsetzen, kombiniert man liebreizende Rosen mit minimalistischen Gräsern. Die Besonderheit liegt darin, dass die Gräser nicht durch Farben kontrastieren, sondern durch ihren Wuchs und ihre naturnahe Ausstrahlung. Sie verleihen Rosenrabatten einen eher reduzierten Touch. Der borstige Blauschwingel (Festuca glauca) macht sich zwischen zarten Bodendeckerrosen wie ‘The Fairy’ besonders gut, die hohe Zier-Hirse (Panicum) erobert sich ihren Platz zwischen stolzen Strauchrosen. Als Partner für mittelhohe Beetrosen empfehlen sich Federborstengras (Pennisetum) und nicht allzu hohe Reitgräser (Calamagrostis). Wunderbar kontrastreich ist auch die Kombination von opulenten Rosen und stacheligen Kugeldisteln (Echinops ritro). Filigranen Charme entfaltet das Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis), eine winterharte Staude, die in Sachen Standortansprüchen mit der Rose auf einer Wellenlinie liegt. Mit ihrem sparrig-lockeren Wuchs und den doldenartigen Blüten an drahtigen Stielen lässt sie luftige Eleganz entstehen und kontrastiert mit der Rosenpracht.

Langlebige Allianzen

Gehölze sind verlässliche und dauerhafte Rosen-Partner. Kleinere Schneeball-Sorten (Viburnum), Schmettingsstrauch (Buddleja), Rispenhortensie (Hydrangea paniculata), Fingerstrauch (Potentilla), und Blauraute (Perovskia) schaffen aparte Blickfänge. Eine wahre Charmeoffensive geht von Rosen und Garteneibisch (Hibiscus syriacus) aus, deren Blüten geradezu wetteifern. Und last but not least harmonieren Rosen ganz ausgezeichnet mit Buchs. Geben Sie Ihrem Rosenbeet eine niedrige Buchseinfassung, und schon entsteht durch den „grünen Kragen“ ein ganz neuer Look!

 

Bunter Herbstzauber

Auch wenn die Rose nicht die erste Pflanze ist, die man mit dem Herbst in Verbindung bringt, gibt es inzwischen doch viele Sorten, die bis zum ersten Frost unermüdlich blühen, z. B. ‘Aspirin’ (weiß/zartrosa), ‘Leonardo da Vinci’ (dunkelrosa), ‘Gärtnerfreude’ (leuchtend rot), ‘Golden Holstein’ (gelb). Sommerliche Begleiter haben bis dahin schon längst die Segel gestrichen, deshalb sollte man als Rosen-Partner auch Spätsommer- und Herbstblüher wie Astern in Betracht ziehen. Für kräftige Beet-und Strauchrosen kommt die Wilde Zwerg-Aster (Aster sedifolius) in Frage, die mit 40 cm Wuchshöhe und ihrer kompakten Erscheinung eine schöne Unterpflanzung bildet. Dank der leuchtend violettblauen Blüten entsteht noch einmal ein kräftiges Farbspektakel im Rosengarten. Wer eine filigranere Wirkung bevorzugt, wählt Herbstanemonen (Anemone hupehensis), je nach beabsichtigter Farbwirkung in Weiß (z. B. ‘Honorine Jobert’), Pink (z. B. ‘Bressingham Glow’) oder Zartrosa (z. B. ‘Septembercharme’).

Hoch hinaus

An Spalier und Pergola sind Rosen und Clematis seit jeher ein Traumpaar. Möchte man sie in Beet und Rabatte vereinen, verteilt man mehrere Rank-obelisken (in unterschiedlichen Formen und Höhen erhältlich im Fachhandel) zwischen die Rosen und siedelt dort die Clematis-Pflanzen an. Auf diese Weise setzt man ganz nebenbei tolle Blickfänge in der dritten Dimension. Dieses Arrangement gelingt ebenso mit Geißblatt (Lonicera).

Langlebige Partnerschaften

Damit die Beziehung zwischen Rosen und ihren Begleitern auf Dauer funktioniert, sollte man einige Punkte berücksichtigen:

  • Die Partnerpflanzen sollten ähnliche Standort- und Nährstoffansprüche wie die Rose stellen, also offene, gut durchlüftete (aber nicht zugige), sonnige Lagen, und humusreiche, leicht lehmige, durchlässige Böden, idealerweise mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0.
  • Rosen schätzen es nicht, wenn die Partnerpflanzen ihnen allzu sehr zu Leibe rücken. Wählen Sie als Begleiter keine wuchernden Arten mit starkem Ausbreitungsdrang, vor allem nicht für schwachwüchsige Rosensorten.
  • Kombiniert man Rosen und Stauden, achtet man auf einen Pflanzabstand von 50 cm – so können die Rosen „atmen“ und nach einem Regenschauer (als Vorbeugung gegen Pilzerkrankungen) zügig abtrocknen.
  • Rosen-Stauden-Pflanzungen versorgt man im Frühjahr zum Blattaustrieb am besten mit einem organisch-mineralischen Dünger. Dieser wird nach und nach von Mikroorganismen im Boden umgesetzt, sodass es nicht zu einer Überdüngung kommt. Zu empfehlen ist eine weitere Düngung nach der ersten Rosenblüte.

 

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