Praxistipps von Oktober bis Dezember

Winterzeit im Garten

Weihnachtsbaum: Die perfekte Wahl

Welcher Weihnachtsbaum der richtige für Sie ist, ist eine Frage des Geschmacks und des Budgets. Die vergleichsweise teure Nordmanntanne punktet mit ihrem kompakten und buschigen Wuchs. Ihre dunkelgrünen Nadeln sind besonders weich und piksen kaum beim Schmücken. Die Nordmanntanne ist lange haltbar und verliert ihre Nadeln nicht so schnell. Deutlich günstiger sind Rot- und Blaufichte. Sie verbreiten einen herrlichen Nadelduft. Nachteil: Fichtennadeln sind sehr spitz und piksig. Auf einem ähnlichen Preisniveau wie die Nordmanntanne befindet sich die Edeltanne, auch Nobilistanne genannt. Sie ist bis weit in den Januar hinein haltbar, ohne an Pracht zu verlieren. Viele Exemplare weisen allerdings einen unregelmäßigen Wuchs auf.

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So bleibt der Baum lange frisch

Heizungsluft und wenig Licht setzen dem Weihnachtsbaum stark zu. Damit er möglichst lange seine Blätter behält, sollten Sie das Wasser im Ständer täglich nachfüllen. Etwas Blumenfrisch oder eine Prise Zucker versorgen ihn zusätzlich mit Nährstoffen. Sprühen Sie die Nadeln jeden Tag mit Wasser ein. Achten Sie bereits beim Kauf auf einen möglichst frischen Baum. Werfen Sie dazu einen Blick auf die Schnittstelle: Diese sollte sehr hell sein, denn dann wurde der Baum erst kürzlich gefällt. Vor Heiligabend lagern Sie den Weihnachtsbaum am besten an einem kühlen und schattigen Ort. Stellen Sie ihn in einen Eimer, der mit Wasser gefüllt ist.

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Gartenarbeiten vor dem Wintereinbruch

Gießen nicht vergessen

Auch wenn die Pflanzen keine Blätter mehr haben: Vergessen Sie nicht, winterharte Topfpflanzen sowie immergrüne Gewächse wie Eibe, Buchs oder Kirschlorbeer ab und an zu gießen. Denn wenn die Wurzeln austrocknen, verdurstet die Pflanze. Dies gilt insbesondere in den Tagen vor dem ersten Frost. Ist die Erde erst einmal gefroren, gelangt kein Wasser mehr zu den Wurzeln. Viele Pflanzen, die den Winter nicht überstehen, sind verdurstet und nicht erfroren.

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Herbstlaub sinnvoll verwerten

Wohin mit den vielen bunten Blättern? Unter Bäumen, Sträuchern und Stauden im Schatten kann das Laub einfach liegenbleiben. Im Beet und auf dem Rasen sollten Sie die Blätterberge jedoch beseitigen, da hier sonst der Sauerstoff fehlt und es zu Fäulnis oder Pilzerkrankungen kommen kann. Als dünne Schicht kann gehäckseltes Laub ein wertvoller Frostschutz im Blumen- und Gemüsebeet sein, der zudem für eine ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit sorgt. Sie können die Blätter auch unter den Kompost mischen. Dieser sollte jedoch maximal zu 20 Prozent aus Laub bestehen. Laub von Eichen, Walnuss- und Kastanienbäumen verrottet sehr langsam. Schreddern oder häckseln Sie es daher, bevor es auf den Komposthaufen kommt. Falls die Laubberge zu groß werden, können Sie diese auch kostenlos im Recyclinghof entsorgen.

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Das kann jetzt weg

Kranke Bäume fällen

Morsche und kranke Bäume, die nicht mehr zu retten sind, lassen Sie am besten jetzt beseitigen. Nach dem 30. September erlischt der besondere Schutz von Vogel-Nistplätzen und sie können Gehölze wieder schneiden und – sofern keine anderen Naturschutzgesetze dagegensprechen – fällen. Wenn der Baum relativ klein ist und beim Fallen keinen Schaden anrichten kann, können Sie ihn selbst umsägen und mit der Axt fällen. Bei dicken, großen und ungünstig stehenden Stämmen lassen Sie besser einen Profi ran. Sicherheit ist das A und O: Bereits der erste Schnitt mit der Kettensäge oder die erste Kerbe durch die Axt kann den Baum instabil machen und zum Fallen bringen. Sie sollten sehr sicher im Umgang mit den Werkzeugen sein und mindestens schon einmal bei Baumfällarbeiten assistiert haben, wenn Sie selbst Hand anlegen wollen.

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Dahlien roden

Wenn das Laub der Dahlien vertrocknet und verblüht ist, können die Pflanzen gerodet werden. Schneiden Sie die Pflanzen komplett ab und verwenden Sie das Schnittgut als Kompost oder Mulchmaterial. Vor den ersten starken Frösten sollten Sie die Knollen aus dem Boden holen. Graben Sie sie vorsichtig mit der Grabegabel aus und drehen Sie die Knollen um, damit das Wasser aus den Stängeln herauslaufen kann. Kürzen Sie die Stängel anschließend auf fünf Zentimeter. Sortieren Sie verfaulte und kranke Knollen aus. Die guten Knollen können Sie in Kisten an einem kühlen, dunklen und frostfreien Ort lagern. Legen Sie die Pflanzen am besten in eine Schicht lockerer Humuserde.

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Gemüsegarten

Späte Ernte

An frostfreien Tagen können Sie im Dezember noch Mangold, Grünkohl, Rosenkohl, Chinakohl, Schwarzwurzeln und Porree ernten. Falls das Gemüse gefroren ist, sollten Sie es nur sehr sanft berühren. Schon leichter Druck schädigt die Pflanzenzelle und führt so zu Fäulnis. Auch Lauch, Feldsalat und Spinat können bis weit in den Winter hinein im Beet bleiben. Schützen Sie es mit Vlies, Laub oder Reisig vor Frösten. Im Hochbeet ist das Gemüse noch geschützter.

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Wurzelgemüse lange lagern

Beachten Sie ein paar Punkte, um möglichst lange etwas von Wintergemüse wie Möhren, Wurzelpetersilie, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Zwiebeln, Knoblauch und Winter-rettich zu haben. Lagern Sie nur gesundes und unversehrtes Gemüse. Ist auch nur ein Exemplar verdorben, können sich Krankheiten und Schädlinge auf das restliche Gemüse ausbreiten. Wählen Sie einen kühlen Lagerort, möglichst knapp über dem Gefrierpunkt. So versetzen Sie den Stoffwechsel in eine Kältestarre. Das stoppt den Prozess des Verderbens und hindert Schimmelpilze daran, sich auszubreiten. Ideal ist das Gemüsefach im Kühlschrank. Dieses bietet einen weiteren Vorteil: eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für Wurzelgemüse ist dies ideal, da sie sonst sehr schnell Wasser verlieren und schrumpelig werden. Natürlich ist der Platz im Gemüsefach begrenzt. Eine Alternative: Das Gemüse in Kisten mit sauberem, feuchtem Sand einlagern.

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Zimmerpflanzen

Sprühnebel für Exoten

Zimmerpflanzen leiden unter der trockenen Heizungsluft. Vor allem epiphytische Arten, also Pflanzen, die ursprünglich auf Dschungel-Bäumen wachsen, benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Helle Küchen- oder Badezimmerfenster sind für sie ideal. Sie können Ihren exotischen Schönheiten wie Orchideen und Tillandsien aber auch mit einer Nebeldusche etwas Gutes tun.    Besprühen Sie sie dazu täglich mit Wasser aus der Sprühflasche. Verwenden Sie dazu am besten zimmerwarmes Regenwasser oder falls vorhanden weiches Leitungswasser. Ist die Flüssigkeit zu kalkhaltig, bilden sich unschöne weiße Ränder an den Blättern. Kalk ist zudem nicht gut für die Pflanze.

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Übertöpfe mit Blähton verwenden

Lassen Sie Ihre Zimmerpflanzen selbst entscheiden, wann sie Wasser benötigen. Verwenden Sie einfach einen großen Übertopf. Die unterste Schicht füllen Sie mit kleinen Kieselsteinen oder Blähtonkügelchen. Gießen Sie so viel Wasser in den Übertopf, bis die Steine bedeckt sind. Anschließend stellen Sie die Pflanze samt Topf darauf. Der Wurzelballen steht nicht als Ganzes im Wasser aber die kleinen Wurzelausläufer können immer dann Wasser ziehen, wenn sie es benötigen. Durch die Verdunstung entsteht eine angenehme Luftfeuchtigkeit.

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Wintertipps für den Rasen

Den Rasen nicht betreten

Bei Frost gilt: Den Rasen besser nicht betreten. Sonst besteht die Gefahr, dass vor allem feine Grashalme abbrechen. Das Hauptproblem liegt darin, dass der Rasen im Winter durch das Auftreten schnell verdichtet wird und somit Nährstoffe nur schwer aufnehmen kann. In diesem Zustand kann auch das Regenwasser nur sehr langsam versickern. Bei einer geschlossenen oder gar vereisten Schneedecke setzen Licht- und Sauerstoffmangel dem Rasen außerdem zu. Die Folgen des drohenden Nährstoff-, Wasser-, Licht-, und Sauerstoffmangels sind kahle oder fleckige Rasenstellen sowie Moos- oder Pilzbildung.

Laufbretter verlegen

Wollen oder müssen Sie den winterlichen Rasen doch betreten, dann können Sie Trittplatten oder Holzdielen auf den Rasen legen. Mit ihnen wird das Gewicht besser verteilt und der Rasen geschont.

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Blumenzwiebeln für die Frühlingsblüten

Bis in den November hinein können Sie noch Zwiebeln von Tulpen, Narzissen und vielen weiteren Frühlings- und Vorfrühlingsblühern setzen. Im Topfgarten verwenden Sie dazu ein leicht sandiges, durchlässiges Substrat. Im Topf können Sie die Zwiebeln ruhig dicht aneinandersetzen – und sogar übereinanderstapeln. Blumen, die früh blühen, kommen nach oben, Spätblüher nach unten. Als Faustregel gilt: Die Pflanztiefe der Zwiebeln sollte doppelt so groß sein wie die Zwiebelgröße. Obendrauf pflanzen Sie gleich noch Winterblüher.

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Diese Bäume werden jetzt zurückgeschnitten

Birke und Ahorn werden während ihrer Ruhephase im Spätherbst zurückgeschnitten. Der Grund: Sie nehmen jetzt kein Wasser mehr auf und legen ihre „Saftruhe“ ein. Jetzt können Sie die Bäume zurückschneiden, ohne dass sie aus den Schnittwunden „bluten“. Der Flüssigkeitsverlust durch den Schnitt setzt den Bäumen in der Wachstumszeit stark zu. Der November ist daher der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt.

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Kahlschlag für Rosen

Lassen Sie sich mit dem Rückschnitt der Rosen ruhig Zeit, bis die Knospen und Blätter erfroren sind. Schneiden Sie die Pflanzen anschließend zurück, damit sich keine Pilze, Infektionen oder andere Erreger auf den abgestorbenen Pflanzenteilen breitmachen können. Ein grober Schnitt der Triebspitzen genügt: Lassen Sie im Herbst deutlich mehr als die fünf Rosenaugen stehen. Im Frühjahr schneiden Sie dann auf diese herunter.

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Teichbewohner durch den Winter bringen

Fische und Frösche fallen bei sinkenden Temperaturen in eine Winterstarre. Fische ziehen sich dazu an den Grund des Teiches zurück. Ihr Herz schlägt nur noch einmal pro Minute und der Stoffwechsel ist weitgehend eingestellt. Die Tiere benötigen keine Nahrung und kaum noch Sauerstoff. Dennoch droht Gefahr: Wenn die Teichoberfläche komplett zufriert, ersticken die Fische an Faulgasen. Platzieren Sie daher einen Eisfreihalter auf der Oberfläche. Spezielle Styroporringe sind im Fachhandel erhältlich.

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Blumenzwiebel kühl stellen

Die ersten Blumenzwiebeln, allen voran Hyazinthen, treiben im Haus bereits im Dezember aus. Damit die Blätter nicht zu lang werden und den Blütentrieb verdecken, stellen Sie die Töpfe in einen kühlen aber frostfreien Raum.

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