Misch-Hecken

Mischhecken-Element Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) bekommt im Herbst eine leuchtend rote Blattfärbung…

Ab durch die Mischhecke…

Hecken sind vielfältiger, individueller und im wahrsten Sinne des Wortes lebendiger als Zäune. Sie bieten Sichtschutz, wandeln sich mit den Jahreszeiten und sind wertvoller Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinlebewesen.

Gemischte Hecken bieten so viel mehr Abwechslung und Individualität als Hecken mit einer Pflanzenart: Laub- und Nadelgehölze, sommer- und immergrüne Heckenpflanzen, prachtvolle Blüten, bunter Beerenschmuck oder feuriges Herbstlaub wechseln sich ab! Das Schöne bei Mischhecken: Sie müssen sich nicht entscheiden. Kombinieren Sie Blütensträucher, Immergrüne und – warum nicht? – Obstgehölze. Ein großes Plus gemischter Hecken ist ihre wichtige Rolle für ökologische Vielfalt – als Nist- und Brutraum für heimische Vögel, als wertvolle Bienen- und Schmetterlingsweide und als Unterschlupf für Kleintiere.

Ungeschnittene Mischhecken benötigen viel Platz- wohl dem, der einen großen Garten hat…

Geschnitten oder frei wachsend?

Eine gemischte Hecke kann prinzipiell beides sein. Die grundlegenden Unterschiede sind die Optik und der Platzbedarf. Frei wachsende Hecken wirken natürlicher und ungezwungener, erfordern je nach Wuchsbreite der Gehölze aber auch mehr Platz. Für prachtvolle Blüten- und Naturhecken benötigt man einen Pflanzstreifen von drei bis vier Meter; niedrige Schnitthecken haben geringeren Platzbedarf.

Thujahecken brauchen stets einen Formschnitt- dafür sind sie blickdicht & immergrün…

Blütenreigen von Frühling bis Winter

Mit Heckenpflanzen definiert man den Gartenrahmen für viele Jahre – und es lohnt sich also, die Blühzeiten und Farben aufeinander abzustimmen. Eine Hecke ist ein langlebiges „Rückgrat“, das dem Garten Struktur und Hintergrund gibt. Bei Blütenhecken sollte man eine möglichst lange Blühzeit anstreben, um Bienen und Schmetterlingen über viele Monate Nahrung zu bieten.

Mischen Sie frühe, mittlere und späte Blütengehölze. Die ersten sind Schneeforsythie, Zaubernuss, Seidelbast, Salweide. Frühblühende Heckenpflanzen sind Magnolie, Forsythie, Deutzie, Goldregen, Flieder, Zierquitte, Spierstrauch, Blut-Johannisbeere, Blutpflaume, Schneeball sowie die immergrünen Arten von Mahonie, Rhododendron und Azalee. Sie blühen ab April und oft bis in den Sommer hinein. Abgelöst werden sie von Pfeifenstrauch, Rosen, Weigelie, Bartblume, Johanniskraut, Sommerspiere, (Bauern-)Jasmin, Hortensie und Schmetterlingsflieder. Den Bogen zum Winter schlägt der Duftschneeball.

Grüne Ruhepole

So schön Blütenhecken sind – viele Gartenbesitzer schätzen immergrüne Blickfänge, die der Gehölzkette auch im Winter Leben verleihen. Liguster, Stechpalme, Kirschlorbeer, einzeln eingestreute Thujen, hoher Wacholder oder Eiben entfalten dann Spannung und Dynamik, wenn die sommergrünen Gehölze ihr Laub abgeworfen haben.

Kirschlorbeer-Hecken geraten schnell aus der Form, wenn man nicht regelmäßig zurückschneidet…

Beeren, Stauden & mehr

Vorbei die Zeiten strenger Heckenherrschaft. Lockern Sie Ihren Gartenrahmen mit Obststräuchern (Heidel-, Johannis- und Stachelbeeren) auf. Eine interessante neue Züchtung ist die Saskatoon-Beere (Amelanchier alnifolia ‘Saskatoon Berry’). Mit weißer Frühlingsblüte und blaubeerenähnlichen Früchten wird der Strauch bis drei Meter hoch und passt auch gut in kleine Gärten. Aber auch hohe Sommerstauden bereichern Mischhecken; mit Goldrute, Sonnenhut oder Rittersporn kann man in lichten Bereichen Hingucker schaffen. Wer auf einen Hauch Exotik steht, kann hier und da einen Bambus mit Wurzelsperre platzieren.

 

Hecke anlegen: So wird gepflanzt

Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für eine Hecke. So können die Gehölze noch vor dem Dauerfrost einwurzeln und überstehen den Winter ohne Schäden. Im nächsten Frühjahr treiben die Pflanzen dann kräftig aus. Entweder heben Sie einen Pflanzgraben aus und lockern die Sohle gründlich oder Sie schaufeln bei großen Solitärpflanzen einzelne Löcher aus. Wer den nötigen Platz besitzt, kann die Sträucher auch in einer Zickzack-Linie setzen. Bei gemischten Hecken gilt es, die richtigen Pflanztiefen der jeweiligen Gehölze zu beachten. Die ausgetopften Containerpflanzen werden bodenbündig zum Topfballen eingesetzt. Den Aushub mischt man vor dem Einsetzen der Pflanzen mit reifem Kompost. Die Erde behutsam festtreten und mit reichlich Wasser einschlämmen. Eine Schicht Rindenmulch schützt die jungen Wurzeln vor strengem Frost und fördert im kommenden Frühling ein gesundes Bodenleben. Tipp: Fragen Sie bei der Gemeindeverwaltung nach, ob Grenzabstände zum Nachbargrundstück eingehalten werden müssen.

MP4-18