Kirschenzeit!

Egal, was in Nachbars  Garten wächst – die süßesten Kirschen hängen am eigenen Baum.

Endlich sind die Kirschen reif – die knackigen, süßen Früchtchen, die als Pärchen noch mal so gut schmecken. Vor allem Süßkirschen (Prunus avium) kann keiner widerstehen, wenn sie an den Zweigen baumeln, einige schon im Mai, andere im Juni, Juli oder noch im August.

Süßkirsche Prunus avium ‚Stella‘

Neben den weichfleischigen Herzkirschen gibt es feste Knorpelkirschen, dunkel- oder hellrote, fast schwarze und auch gelbe Sorten. Sehr groß, festfleischig und saftig süß sind die Kirschen von ‘Burlat’. Die Sorte mit den leuchtend roten Früchten ist sehr robust und – wie alle frühen Sorten – weitgehend resistent gegen Madenbefall. Große herzförmige, dunkle Knorpelkirschen entwickelt ‘Kordia’, die über einen langen Zeitraum reift. Auch die ‘Große Schwarze Knorpelkirsche’ zeigt sich als altbekannte Sorte ertragssicher und gesund. Gelb mit roten Bäckchen reifen die Kirschen von ‘Büttners Roter Knorpelkirsche’. Diese sehr alte Sorte schmeckt besonders süß.

Bei allen Süßkirschen bewährt sich ein Rückschnitt im Sommer. Das bremst nicht nur das starke Wachstum, sondern fördert die Fruchtbildung im nächsten Jahr und vermeidet, dass die Bäume von innen verkahlen. Dabei werden alle älteren, kräftigen und stark verzweigten Äste abgenommen und die jüngeren, quirlartig angeordneten Seitenzweige stehen gelassen, denn Süßkirschen tragen an zwei- bis dreijährigen Trieben.

Süßkirschen brauchen einen vollsonnigen Platz und einen humosen, durchlässigen und feuchten Boden, vertragen aber keine Staunässe.

Von Weichsel und Morelle 

Mit ihren säuerlichen, weichen und leicht glasigen Früchten brauchen sich Sauerkirschen oder Weichseln (Prunus cerasus) nicht hinter den Süßkirschen zu verstecken. Auch wenn sie sich weniger als Naschfrüchte eignen, so sind sie die Königinnen im Einmachglas. Mit wenig Anspruch an Boden und Pflege gedeihen sie in fast jedem Garten, Hauptsache sie bekommen reichlich Sonne.

Sauerkirschen blühen im April und Mai, etwa ein bis zwei Wochen nach den Süßkirschen. Der Klassiker unter den Sauerkirschen ist die ‘Schattenmorelle’. Hohe Erträge und reichlich saftige Früchte machen sie zur Einmachkirsche schlechthin. Doch ebenso wie die vielseitige ‘Morellenfeuer’ ist sie anfällig für die Trieb-Monilia, die man nur durch starken Rückschnitt vermeiden kann.

Die Fruchttriebe von Sauerkirschen kürzt man gleich nach der Ernte auf wenige Knospen ein. An den einjährigen Trieben werden sich wieder Blüten und Früchte bilden.

Da sich die Früchte nicht lange halten, sollten sie gleich verarbeitet werden. Etwas länger halten Süßkirschen, wenn man sie mit Stiel erntet. Meistens sind sie aber so schnell gegessen wie geerntet, weil sie einfach so lecker sind.

So bekommt Ihr Kirschbaum die optimale Form:

1. Damit der Baum nicht zu hoch und zu ausladend wächst, werden Leit- und Seitentriebe gekürzt.

2.  Nach oben wachsende Triebe, die von waagerechten Ästen abgehen, werden halb eingekürzt.

3. Nach innen wachsende Triebe und senkrecht nach oben stehende Wasserschosse werden abgeschnitten.

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