Kakteen und Sukkulenten

Trendy, liebenswürdig, originell und pflegeleicht – Kakteen und Sukkulenten sind ziemlich perfekte Mitbewohner! Ihr Comeback haben die Trockenkünstler vor allem ihrer Ausstrahlung und ihren geometrischen Formen zu verdanken: Damit passen sie gut zu Menschen mit einer Vorliebe für außergewöhnliches Design.

Die stacheligen Erscheinungen, die Sie als Kakteen (botanischer Familienname: Cactaceae) kennen, kommen ausschließlich in einem großen Gebiet in Nord- und Südamerika vor, insbesondere in Mexiko sind sie weit verbreitet. Die Pflanzen wachsen vor allem in trockenen Wüstengebieten, wo sie sich meisterlich an die extrem trockenen Bedingungen angepasst haben und als Überlebenskünstler auch noch eine Chance finden sich fortzupflanzen. Der Name Kaktus ist vom griechischen Wort „kaktos” abgeleitet, das „stachelige Pflanze” bedeutet.

An den Stängeln, wo sich eigentlich die Blätter befinden sollten, sitzen die Areolen. Blätter wurden zur Einschränkung der Verdunstungsoberfläche zu Dornen, Stacheln, Glochiden (Bündeln aus Härchen mit kleinen Widerhaken) und langen Haaren umgewandelt. Die Oberfläche der Kakteen ist mit einer wachsartigen Schicht überzogen, die ebenfalls die Verdunstung auf ein Minimum reduziert.

Das Kakteensortiment ist ausgesprochen vielfältig und variiert von kleinen kompakten Formen bis hin zu eigenwilligen Säulen mit bemerkenswerten Ausmaßen und von weichen, grauen Haaren zu großen, spitzen Dornen. Die Gattungen, die Sie am häufigsten im Fachhandel finden, sind Echinocactus, Ferocactus, Gymnocalycium, Opuntia und Mamillaria.

 

Das macht den Unterschied

Sukkulente Euphorbia-Arten ähneln den Kakteen sehr und werden oft der gleichen Produktgruppe zugeordnet. Der Unterschied ist jedoch leicht zu erkennen. Bei Euphorbia wachsen die Stacheln und Dornen direkt aus dem grünen Pflanzenkörper, bei den Kakteen bilden sie sich aus den Areolen, den Verdickungen/Erhöhungen auf dem Pflanzentrieb.

 

Einteilung in Gruppen

Bezüglich der Form der Kakteen unterscheiden Botaniker folgende Gruppen:

Säulenkaktus: aufstrebende Formen, die sich im Laufe ihres Lebens zu richtigen Säulen entwickeln (Pachycereus)

Felsenkaktus: an Felsen erinnernde Form (Cereus)

Scheibenkaktus: bildet essbare Früchte, auf die Behaarung achten (Opuntia)

kriechender Kaktus: kleine liegende Stängel (Selenicereus)

Kugelkaktus: schöne Kugelform (Echinocatus, Mamillaria)

Hängekaktus (Aporocactus)

Epiphyllum-Gruppe: aufsitzend wachsende Kakteen (Epiphyllum)

gepfropfte Kakteen: zwei Arten, die miteinander vereint werden (Gymnocalicium).

 

Etwas Botanik

Kakteen und Sukkulenten speichern in ihren Blättern und Stängeln Wasser und können somit an sehr trockenen Orten überleben. Im Gegensatz zu Sukkulenten besitzen Kakteen sogenannte Areolen: Kissenähnliche Polster, aus denen die Dornen wachsen. Viele Arten bilden Ableger, die Sie zur Vermehrung abtrennen.

Die Pflanzen können Sie sowohl in klassischem Interieur als auch in moderner Umgebung platzieren. Im Angebot sind verschiedene Größen – von Mini-Pflanze bis zu großen Exemplaren. Doch Vorsicht: Wer den Pflanzen einmal verfällt, der weckt den Sammler in sich …

 

Pflegetipps für Trockenkünstler

Damit die Pflanzen jedes Jahr wieder gut blühen, ist es am besten, im Sommer etwas mehr zu gießen und im Winter weniger. Die richtige Menge richtet sich nach Art und Größe der Pflanze. Fragen Sie bei Bedarf im Fachhandel nach.

Zu viel Wasser ist nie gut, es ist besser die Erde austrocknen zu lassen, bevor Sie erneut gießen. Kontrollieren Sie, ob der Ballen wirklich trocken ist.

Im Sommer kann ein Kaktus warm und sonnig stehen, sogar draußen auf der Terrasse oder dem Balkon. Im Winter sollte der Standort kühler, aber hell sein. Die Ruhephase im Winter hilft dem Kaktus im Frühjahr Blüten zu bilden.

Wenn die Pflanze umgetopft werden muss, ist ein nährstoffarmes Substrat genau richtig. Spezielle Kakteenerde ist dafür im Handel erhältlich.

Stellen Sie die Pflanzen an einen sicheren Ort, wenn Kinder und Haustiere in Ihrem Haushalt leben.

MP2-2018