Mai/Juni/Juli: Tipps und Tricks vom Gartendoktor

Dickmaulrüssler: Buchten- und Wurzelfraß

Schäden durch den Dickmaulrüssler sind häufig an Stauden sowie immergrünen Pflanzen wie Kirschlorbeer und Rhododendron zu finden. Beinlose, weiß gefärbte Larven im Boden fressen an den Wurzeln, wodurch junge Pflanzen absterben können. Bringen Sie parasitäre Nematoden (erhältlich über den Nützlingshandel) mit der Gießkanne auf den Boden aus. Die Käfer sind fast ganzjährig anzutreffen.

Gefräßige Raupe: Buchsbaumzünsler

Vor einigen Jahren wurde der Buchsbaumzünsler aus Ostasien eingeschleppt. Seine Raupen verursachen teils massive Fraßschäden am Buchs. Die Falter sind weiß gefärbt und besitzen einen braunen Flügelrand, selten sind sie auch ganz braun. Mit einer Spannweite von vier Zentimetern sind sie so groß wie viele andere Schmetterlinge. Prüfen Sie Buchspflanzen regelmäßig, vor allem das Innere der Pflanze. Achtung: Die Raupen sind farblich gut getarnt und werden leicht übersehen. Hier hilft nur eine gewissenhafte Kontrolle. Auffällige Ansammlungen von grünlich-braunen Kotresten sind oft ein Hinweis. Pflanzenschutzmittel gibt es im Fachhandel. Lassen Sie sich über den optimalen Zeitpunkt beraten, da einige Mittel nur als Fraßgifte wirken. Ende August legen die Weibchen Eier ab, die Sie im Herbst durch einen Schnitt der Pflanze entfernen können.

Vorsicht vor Mutterkorn

Mutterkorn tritt als Pilz häufiger bei Roggen auf, kommt aber auch an anderem Getreide und an Wildgräsern vor. Statt einer normalen Ähre ragt aus dieser ein dunkel gefärbtes „Mutterkorn“ hervor, das als Sklerotium bezeichnet wird. Das Mutterkorn enthält giftige Substanzen, verschiedene Alkaloide, die eng mit der Lysergsäure verwandt und damit dem Rauschgift LSD ähnlich sind. Im Mittelalter war es eine häufige Todesursache vieler Menschen, nachdem sie Brot verzehrt hatten, das mit Mutterkorn verunreinigt war. Die Vergiftung wird als Ergotismus, Antoniusfeuer oder Kribbelkrankheit bezeichnet. Zu den Symptomen gehören neben dem Auftreten von Krämpfen und Lähmungen das Absterben von Gliedmaßen, begleitet von massiven Schmerzen.

Gallen: Keine Gefahr

Gallen treten bevorzugt bei Gehölzen auf und sehen bei näherer Betrachtung meist sehr hübsch und filigran aus. Zudem besitzen sie mit ihren Verursachern eine faszinierende Biologie und Entstehungsgeschichte. Sorgen um die Pflanze müssen Sie sich grundsätzlich nicht machen. Sie stirbt nicht durch Gallen und der Schaden beschränkt sich meist auf eine Beeinträchtigung im äußeren Erscheinungsbild. Es gibt sehr viele verschiedene Verursacher, meist Insekten und Milben. Meist treten diese sehr spezifisch nur an bestimmten Pflanzen in einer für sie charakteristischen Form auf. So erfolgt auch die Bestimmung der Gallen stets über die Wirtspflanze. Die nur etwa 0,2 Millimeter kleinen Gallmilben rufen häufig bunt gefärbte, knopf- bis stiftartige Gallen auf der Blattoberseite hervor, beispielsweise am Ahorn, der Erle oder Linde. Die an Fichtenzweigen vorkommenden, ananasartigen Gallen werden durch Fichtengallenläuse verursacht, die in ihrer Biologie oft noch einen Wechsel zu Lärchen „eingebaut“ haben. Die bis faustgroßen, oft haarigen Gallen an Rosentrieben werden durch Rosengallwespen hervorgerufen. Nach einem Schnitt durch die harte Galle finden sich im Innern zahlreiche Kammern mit Larven. Die Knopperngallwespe verursacht auffällige Deformationen an den Eicheln, die gerade zum Herbst häufiger zu beobachten sind. Aufgrund ihres hohen Gerbsäureanteils waren diese „Knoppern“ früher in der Gerberei oder zur Tintenherstellung sehr begehrt. Für etwa 100 Kilogramm erhielt man Ende des 19. Jahrhunderts umgerechnet rund 300 Euro.

Rosenkäfer im Kompost

Beim Auftreten von Engerlingen im Kompost besteht kein Grund zur Besorgnis. Hierbei handelt es sich um die Larven des Rosenkäfers, die sich nach einer mehrjährigen Entwicklung zu einem grün schillernden, bis zu zwei Zentimeter großen Käfer verpuppen. Auffällig ist ihr Flugverhalten, da sie ihre Deckflügel nicht wie andere Käfer zur Seite hin ausstrecken, sondern geschlossen lassen. Die Käfer ernähren sich überwiegend von Pollen und Nektar und finden sich häufiger an Rosen und anderen blühenden Ziersträuchern. Larven besitzen im Vergleich zu anderen „gefährlichen“ Engerlingen deutlich kürzere Beine und können, auf den Rücken gelegt, nach vorne kriechen. Sie müssen die Larven nicht bekämpfen. Im Gegenteil: Wie bei Regenwürmern handelt es sich um Kompostveredler.

Checkliste

  • Zum Schutz vor dem Fraß der Raupen des Frostspanners können Sie Leimringe um die Stämme anbringen. Wichtig: Sofern ein Pfahl vorhanden ist, muss auch dieser einen Leimring tragen. Als Alternative können Sie auch Raupenleim auf die Rinde auftragen.
  • Kontrollieren Sie Kohlpflanzen auf einen Befall mit Raupen. Es können auch Kohlmottenschildläuse („Weiße Fliegen“) vorhanden sein.
  • Achten Sie bei Arbeiten im Garten auf Schneckeneier im Boden oder unter Brettern, Steinen oder ähnlichen Verstecken.
  • Fichten sollten Sie jetzt auf einen Befall mit der Sitkafichtenlaus prüfen. Hierzu werden die unteren Äste auf einem weißen Blatt Papier abgeklopft.
  • Blätter der Birne, befallen vom Birnengitterrost, können bedenkenlos kompostiert werden, da eine neue Infektion erst wieder im nächsten Frühjahr erfolgt
  • Erkrankte Pflanzen mit einer Wurzelfäule dürfen nicht auf den Kompost, da die meisten dieser Pilze stabile Dauerkörper ausbilden, die durch eine Kompostierung nicht abgetötet werden.
  • Zur Bekämpfung der im Rasen auftretenden Larven des Gartenlaubkäfers können zum jetzigen Zeitpunkt parasitäre Nematoden ausgebracht werden (Bestellung über den Nützlingshandel). Die zum Abfangen der Käfer einsetzbaren Lockstoff-Fallen sind nur im Juni/Juli einsetzbar.
  • Verbräunte Blätter der Kastanie, befallen mit der Kastanienminiermotte oder der pilzlichen Blattbräune, sollten abgesammelt und kompostiert werden. Dies gilt auch für schwarze Flecken am Ahorn (Teerfleckenkrankheit), die durch einen Pilz verursacht werden.
  • Zur Bekämpfung von auftretenden Wühlmäusen können weiterhin Köderpräparate oder Fallen eingesetzt werden (Achtung: Der Maulwurf ist geschützt!)
  • Flechten an Gehölzen dringen nicht in die Pflanze ein, entziehen somit keine Nährstoffe und rufen keine Schäden hervor, es wird allenfalls der Zierwert beeinträchtigt
  • Zur Förderung einer Überwinterung von Florfliegen können rot angestrichene Florfliegenkästen verwendet werden.

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