Juni/Juli: Tipps vom Gartendoktor

Miniermotte oder Pilz?

Braune Blätter an der Kastanie werden meist durch die Raupen der Kastanienminiermotte verursacht. Eine weitere Ursache ist ein Pilz. Dieser ruft ebenfalls braune Blattflecken hervor, die meist von einem gelben Rand umgeben sind. Im Gegenlicht erkennbar: Bei der Motte sind Larven und deren Kotreste im Innern des Blattes gut erkennbar. Der Schaden durch die pilzliche Blattbräune auf die Kastanie ist eher gering. Das Falllaub sollte entsorgt werden.

 

Gefräßige Raupen am Kohl

Kohlblätter werden gerne von Raupen unterschiedlicher Schmetterlingsarten angefressen. Für größere Schäden sorgt die Kohl-Eule, ein dunkel gefärbter und nachtaktiver Falter. Nach seiner Überwinterung als Puppe im Boden fliegen etwa ab Mai die Falter, die Eier als kleines Gelege auf die Blattunterseite der Kohlblätter ablegen. Während die jungen Larven noch deutlich grünlich gefärbt sind, überwiegen bei den älteren, bis zu 5 cm großen Stadien, die Brauntöne. Die Raupen sind meist nachtaktiv und fressen bis in den Juli hinein an den Kohlblättern und rufen dort einen Schabe- und Loch-Fraß hervor, bevor sie sich im Boden verpuppen. Sammeln Sie zum jetzigen Zeitpunkt die am Kohl fressenden Raupen ab. Alternativ können auch geeignete Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Bedecken Sie Ihre Kulturen vorbeugend mit im Handel erhältlichen Gemüsenetzen, die eine Ablage der Eier durch die Falter etwa ab August verhindern.

 

Schnecken bekämpfen

Für die Bekämpfung der Nacktschnecken bieten sich unterschiedliche Verfahren an: Für kleine Beete eignet sich ein mechanischer Schneckenzaun, der die Zuwanderung verhindert. Die sich noch im Innern des Beetes befindlichen Tiere werden mithilfe von Bierfallen abgefangen oder am Abend mit der Hand abgesammelt. Für eine direkte Bekämpfung sind Schneckenkornprodukte einsetzbar. Diese bewirken ein starkes Ausschleimen der Tiere . Eine elegante Lösung zum Abhalten von Schnecken ist das Auftragen einer „Antihaftpaste“ auf eine senkrechte Beetumfassung oder ein Pflanzgefäß mithilfe eines Pinsels – hier bietet der Fachhandel entsprechende Produkte an.

 

Checkliste

Mithilfe klebriger Leimtafeln können Sie die Rhododendronzikaden als Wegbereiter der Knospenbräune biologisch bekämpfen.

Kontrollieren Sie ihre Kartoffeln auf Eier und Larven des Kartoffelkäfers und sammeln Sie diese rechtzeitig ab.

Feine Gespinste und gelbgrüne Nadeln an der Zuckerhutfichte sind Hinweise für einen Befall mit der Nadelholzspinnmilbe.

Blasig aufgetriebene, zudem meist rötlich verfärbte Blattflecken an der Johannisbeere werden durch die Johannisbeer-Blasenlaus verursacht. Diese wandert im Sommer ab und muss daher nicht weiter bekämpft werden.

Am Buchs auftretende Larven vom Buchsbaumzünsler sollten gewissenhaft abgesammelt werden. Kontrollieren Sie besonders die Mitte.

Fliegende Gartenlaubkäfer können jetzt mit einer Käferfalle gefangen werden. Ab Juli schädigen deren Larven die Wurzeln im Rasen. Dagegen helfen Nematoden, die mit der Gießkanne ausgebracht werden.

Die im Boden lebenden Larven des Dickmaulrüsslers können mithilfe von Nematoden bekämpft werden.

 

Hartnäckig: Rosentriebbohrer

Welkende Rosentriebe, Bohrlöcher in den Trieben und dort austretender, krümeliger Kot sind deutliche Anzeichen für einen Befall durch die Larven des Rosentriebbohrers. Im Detail gilt es jedoch zwei Arten zu unterscheiden: Sie werden in Anlehnung an die Fraßrichtung der Larven als Abwärtssteigender und Aufwärtssteigender Rosentriebbohrer bezeichnet. Letzterer ruft bis zu 10 cm lange Fraßgänge im Mark der Rosentriebe hervor und höhlt diese nahezu vollständig aus. Von außen ist ein Befall nur an den jeweiligen Öffnungen erkennbar. Die im Innern lebenden Larven sind weißlich gefärbt und besitzen eine dunkle Kopfkapsel. Bereits im Sommer verlassen die Larven die Stängel und wandern in den Boden ab. Nach der Überwinterung und Verpuppung in einem Kokon treten ab Mai die geflügelten Blattwespen auf. Diese ähneln einer Stubenfliege, sind jedoch deutlich schlanker und dunkel gefärbt. Aus den von ihnen abgelegten Eiern schlüpfen die Larven, die sich in die Triebe einbohren. Entfernen Sie bei einem festgestellten Fall die befallenen Triebe mit den dort enthaltenen Larven, bevor diese die Triebe verlassen. Alternativ kann versucht werden, durch das Einführen mit einem dünnen Draht in die Öffnung die Larve mechanisch abzutöten. Eine zufriedenstellende Bekämpfung der Larven innerhalb der Triebe mithilfe von Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich.

 

Schädling an Taglilien

Tulpenförmig angeschwollene, geschlossen bleibende Blütenknospen an Taglilien (Hemerocallis) werden durch eine spezielle Gallmückenart verursacht. Im Innern der Knospen befindet sich eine Vielzahl weißlicher, beinloser, bis zu 3 mm großer Larven. Diese wandern später in den Boden zur Überwinterung und Verpuppung ab. Erst im nächsten Frühjahr schlüpfen die unscheinbaren, nur knapp 2 mm großen Gallmücken, die ihre Eier mithilfe eines langen Legebohrers in die Blütenknospen ablegen. Entfernen Sie jetzt die befallenen Blütenknospen über die Restmülltonne, nicht in den Kompost, bevor die Larven die Knospen verlassen. Pflanzenschutzmittel stehen für eine erfolgreiche und sichere Bekämpfung derzeit nicht zur Verfügung.

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