Januar: Tipps vom Gartendoktor

Falsche Spinnmilben

Kleine rötliche Punkte in teils höherer Zahl, häufig entlang der Mittelrippe an Orchideen (bevorzugt an Phalaenopsis), sind ein Hinweis auf einen möglichen Befall mit „falschen Spinnmilben“. Diese bilden keine Gespinste aus und sind nur 0,3 mm groß. Falls keine Lupe zur Hand ist, unterstützt ein sich nach dem Abwischen der Blätter rot färbendes Taschentuch den Verdacht auf einen Befall. Zur Bekämpfung eignen sich Pflanzenschutzmittel (Akarizide) aus dem Fachhandel.

MP1-16

Maulbeerschildlaus

Die auffälligsten Symptome des Maulbeerschildlaus-Befalls sind die teils nahezu kreideweiß erscheinenden Triebe, Äste und Stämme. Diese weißen Beläge entpuppen sich bei näherer Betrachtung als die einzeln nur knapp 1–2 mm großen, länglichen Schilde der männlichen Tiere. Die Schildläuse können an vielen Laubgehölzen (z. B. Trompetenbaum, Hartriegel, Flieder), aber auch am Beerenobst (z. B. Johannisbeere) auftreten. In der Summe sind über 100 Wirtspflanzen bekannt. Bei einem Befall kommt es zu Kümmerwuchs, Vergilbungen der Blätter bis zum Absterben von Pflanzen. Die Tiere überwintern an den Trieben als Weibchen, die kaum auffällige, rindenartig gefärbte Schilde besitzen. Die aus den im Frühjahr abgelegten Eiern schlüpfenden Larven wandern aktiv auf der Pflanze umher, werden aber größtenteils passiv über den Wind oder Insekten verbreitet. Die Bekämpfung der Tiere ist schwierig, die meisten Maßnahmen zielen auf mechanische Maßnahmen ab (abbürsten, Rückschnitt). Der Fachhandel berät zu möglichen Insektiziden.

MP1-16

Wickler an Zwergmispel

Die Raupen des Mispelwicklers finden sich häufig am Cotoneaster (Zwergmispel), die dort neben ihrem Schabefraß Blätter eng zusammenspinnen und lokale Gespinste hervorrufen. Da die Verpuppung zum Falter erst im Frühjahr erfolgt, finden sich die Raupen auch jetzt nach dem Jahreswechsel noch an den Pflanzen. Sie leben recht versteckt, aber bei genauer Untersuchung lassen sich die Raupen rasch freilegen und dabei auch absammeln. Alternativ sollten zusammengesponnene Blätter und Triebe entfernt werden. Aufgrund ihrer gut versteckten Lebensweise ist eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln meist weniger erfolgreich.

MP1-16

Maulwürfe im Garten

Maulwürfe sind schützenswerte Lebewesen! (Und irgendwie auch niedlich-nicht wahr?)

Innerhalb der Säugetiere gibt es im Garten neben den eher als Nützlingen bekannten Spitzmäusen, Igeln und Fledermäusen auch einen meist ungeliebten Gast – den Maulwurf. Er macht sich mit seinen aufgeworfenen Erdhügeln unbeliebt. Der Maulwurf gehört in Deutschland zu den geschützten Tierarten. Im Handel angeboten werden häufig verschiedene „Vertreibemaßnahmen“ mit stark riechenden Stoffen. Eine andere, recht erfolgreiche Methode ist es, die Tiere mit Lebendfallen zu fangen und sie an anderer Stelle wieder auszusetzen. Hierzu setzt man, nach Freilegung des Maulwurfgangs die beidseitig sich öffnenden Fallen in den Boden ein und bedeckt diese wieder mit der Rasensode. In Abhängigkeit von der Größe des Gartens genügen meist 3–5 Fallen. Wichtig: Die Maulwurf-Lebendfallen müssen mehrfach täglich kontrolliert werden.

MP1-16

Schädlinge an Zimmerpflanzen

Geschwächt durch ungünstige Lichtverhältnisse und warme Heizungsluft werden Zimmerpflanzen über die Wintermonate gerne von Schädlingen heimgesucht. Meist ergeben sich Probleme mit Schildläusen, Spinnmilben und Thripsen (Fransenflügler), im Wintergarten gerne auch mit Weißer Fliege (Abbildung). Kontrollieren Sie die Blattunterseite oder die Triebe regelmäßig. Eine Lupe kann hier in manchen Fällen die Arbeit unterstützen. Für die Bekämpfung in Innenräumen sollten bevorzugt Sprays, Stäbchen zum Einstecken in die Substrate oder auch anwendungsfertige Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Gelbtafeln helfen bei der Bekämpfung von geflügelten Tieren. Für manche Schädlinge werden zur biologischen Bekämpfung auch Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen angeboten. Der Einsatz von Nützlingen erfordert aber spezielle Umweltbedingungen (Licht, Temperatur). Klären Sie vorab, ob diese für den ausgewählten Nützling auch erfüllt sind. Die Larven von Florfliegen sind zum Beispiel wenig anspruchsvoll. Zu ihrer Beute zählen Spinnmilben, Thripse, Blattläuse und Schmierläuse.

MP1-16

Checkliste

  • An Kaiserkrone und Lilien können rot gefärbte Käfer (Lilienhähnchen) erste Fraßschäden hervorrufen
  • Wühlmäuse können durch Fallen oder Giftköder sicher bekämpft werden
  • Rundknospen bei Johannisbeeren entfernen (Befall mit Gallmilben)
  • Erste Kontrollen von Fichten auf einen Befall mit Sitkafichtenlaus durchführen (Klopfprobe auf einem weißen DIN A4-Blatt)
  • Zum Schutz der Kräuselkrankheit Pfirsiche noch vor dem Austrieb mit einem Pflanzenschutzmittel behandeln
  • Bei Temperaturen über 12°C können im Freiland bereits Nematoden gegen die an den Wurzeln fressenden Dickmaulrüssler-Larven ( Beitragsfoto) eingesetzt werden
  • Blasige Buchsblätter sind von der Buchsbaumgallmücke befallen und sollten entfernt werden
  • Braune Schuppenblätter an Thuja (Lebensbaum) werden häufig durch die Thujaminiermotte hervorgerufen (im Gegenlicht sind Miniergänge und Larven zu sehen). Befallene Schuppenblätter vor dem Schlupf der Falter entfernen.                                                                                         MP1-16