In den Farben des Himmels- Blaue Beete

Blau steht für Himmel und Meer, für Horizont und Weite, für Sehnsucht und Traum – und es fasziniert auch im Garten.   Blaue Blüten leuchten tagsüber im Sonnenlicht und nachts schimmern sie zart im Mondschein.

Blaue Blüten gibt es im Pflanzenreich in fast allen Schattierungen – mit Einschränkungen: Denn das ganz reine Blau kommt selten vor: Nur der blaue Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia), einzelne Sorten der Bart-Iris (Iris barbata-elatior) oder des Rittersporns (Delphinium-Hybriden) leuchten in dem Farbton. Unendlich scheinen dagegen die Spielarten von Blau. Oft mischt es sich mit etwas Rot und changiert ins Violette, so bei Salbei (Salvia officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia)      oder dem Pracht-Storchschnabel (Geranium magnificum). Gern gesellt sich auch etwas Weiß dazu und die Pflanzen zeigen helle Töne, etwa die eisblaue Flammenblumen-Sorte (Phlox divaricata ‚Clouds of Perfume‘). Mit kräftigem Hellblau treten Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) oder rankende Prunkwinden auf (Ipomoea). Je nachdem, welche Farbnuancen Sie miteinander verbinden, erzielen Sie unterschiedliche Wirkungen.

Kräftiges Blau fällt von Weitem auf und bietet sich deshalb für Beete in den hinteren Gartenteilen an. Blumen in lichten, zarten Blautönen, vielleicht kombiniert mit weiß blühenden und graulaubigen Partnern, scheinen dagegen fast zu schweben und verblassen in der Ferne. Pflanzen Sie sie am besten in Sitzplatznähe. Kombinieren Sie auch unterschiedliche Wuchs- und Blütenformen miteinander – umso berückender ist die damit erzielte Wirkung im Garten. Dafür bieten sich zum Beispiel Kombinationen von Kugeldistel (Echinops ritro), Kerzen-Ehrenpreis (Veronica spicata) und Eisenhut (Aconitum napellus) an. Sie prägen den Charakter der Komposition. Ob rund oder lang, jede Blüte kommt schön zur Geltung. Märchenhaft schwebend wirkt die Kombination von Schleierkraut (Gypsophila paniculata) und blauen Glockenblumen (Campanula lactiflora ‚Superba‘)  oder Ballonblumen (Platycodon grandiflorus ‚Mariesii‘).

Mit Blau durch die Jahreszeiten

Im Frühling gibt es viele blaue Zwiebelblumen, die die Blütenfarbe im Beet ankündigen. Dazu zählen Schneestolz (Chionodoxa luciliae), Blausternchen (Scilla siberica) oder Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum).

Dazu passt die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) – eine spektakuläre blaue Pflanze mit lange blühenden Dolden.

Bis Ende Mai zeigen sich viele weitere blau blühende Stauden: Der Ehrenpreis (Veronica gentianoides) bildet hohe blaue Blütenstände. Die Akelei (Aquilegia vulgaris) breitet sich, wenn man sie lässt, im Lauf der Jahre weiter aus und erscheint an immer wieder neuen Plätzen im Beet. Eine Seltenheit ist die taubenblaue Camassia cusickii, eine Blumenzwiebel, die sich für schwere Tonböden oder feuchte Böden eignet.

Der Frühsommer ist die Zeit der Iris-Blüte: Die Sortenvielfalt scheint unerschöpflich und jede Menge unterschiedlicher Blautöne begeistern hier den Gärtner. Leider nicht sehr langlebig, dafür zur Blütezeit ein absoluter Hingucker im Beet sind Lupinen (Lupinus polyphyllus).    Noch höher ragen nur die blauen Blütenstände der Rittersporne (Delphinium-Hybriden) aus dem Blütenreigen empor.

Die Blautöne des Herbsts sind die kraftvollsten: Glockenblumen sind zwar das ganze Jahr das Rückgrat einer Pflanzung, jetzt allerdings protzt Campanula barbata in zweiter Blüte mit blauen Glöckchen. Schwarzkümmel (Nigella damascena) breitet sich gerne ungehindert aus und setzt immer wieder unerwartete Akzente. Und eine wunderbare Clematis, Clematis viticella, blüht spät und robust – zum Beispiel die Sorte ‚Prince Charles‘.

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