April/Mai/Juni: Tipps vom Gartendoktor

Blattlauskolonien an Rosen

Marienkäfer beim Festmahl…

 

nützliche Marienkäfer-Larve
nützliche Florfliegen-Larve

Rosenblattläuse sitzen bevorzugt in Kolonien an den Trieben, Knospen und jungen Blättern und saugen dort am Pflanzengewebe. Beim Saugen scheiden die Blattläuse einen süßlichen, klebrigen Honigtau aus, der oft von dunklen Pilzen besiedelt wird („Schwärzepilze“) und die Pflanze damit verunstaltet. Durch die Saugtätigkeit kommt es auch zu Blattkräuselungen und einem Verkümmern der Triebe. Geflügelte Tiere sorgen für eine weitere Ausbreitung auf andere Rosen. Marienkäfer und Schwebfliegenlarven sind wichtige Gegenspieler der Blattläuse. Für eine aktive Bekämpfung der Läuse können Sie die ersten Kolonien mit einem Wasserstrahl abspritzen. Darüber hinaus stehen im Fachhandel verschiedene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung, wobei Sie auf bienenungefährliche und nützlingsschonende Produkte achten sollten. Zum Winter legen die Tiere Eier in kleinen Kolonien an den Trieben ab, aus denen im nächsten Frühjahr neue Blattläuse schlüpfen.

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Auffällig: Birnengitterrost

Rostpilze besitzen oft einen komplexen Lebenszyklus. Einige von ihnen brauchen sogar mehrere Wirte, um sich zu entwickeln – so auch der verbreitete Birnengitterrost. Dieser benötigt sowohl einen Wacholderbusch, unter Bevorzugung bestimmter Arten und Sorten, als auch eine Birne. Die Sporen am Wacholder bilden sich im zeitigen Frühjahr an den erkrankten Trieben in schleimig-braunen Lagern und werden durch den Wind auf die Blätter der Birne übertragen. Hier bilden sich auffällige, orange-rote Flecken, die erst zum Sommer hin warzige Strukturen an den Blattunterseiten zeigen, die danach längs aufreißen. Die hier gebildeten Sporen können nur auskeimen, wenn sie mit dem Wind wieder zu einem Wacholder zurückfliegen. So schließt sich der Kreis. Vermeiden Sie also vorbeugend Birnen in der Nähe anfälliger Wacholderarten. Da die Birne nur während eines sehr engen Zeitfensters im Frühjahr infiziert wird, kann durch eine wiederholte Behandlung mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel zum Zeitpunkt der Blüte eine Infektion verhindert werden. Die Toleranzschwelle der Birne gegenüber dem Pilz ist jedoch recht groß. Sind nur wenige Flecken auf den Blättern, hat das keinen Einfluss auf die Früchte oder anderen Folgeschäden. Das erkrankte Laub zum Herbst kann bedenkenlos liegenbleiben oder kompostiert werden, von ihm geht keine Gefahr aus.

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Schwarze Blattflecken am Beinwell

Beinwell (Symphytum)

Im Frühjahr können am Beinwell, teils auch am Natternkopf, schwarze Blattverfärbungen auftreten, die auf den ersten Blick einer Pilzkrankheit ähneln. Verursacht werden die Schäden jedoch durch 3 mm kleine, braun-schwarz gefärbte Wanzen, die auf der Blattunterseite sitzen. Dort legen sie auch ihre Eier ab. Die Tiere saugen an den Blättern und geben Toxine ab, sodass es zu den beschriebenen Symptomen kommt.

 

Löchrige Kohlblätter

An den ersten warmen Tagen im Frühjahr werden manche Kohlgewächse von winzigen Käfern besiedelt. Da sie kräftige Hinterbeine haben und sehr weit springen können, werden sie auch Erdflöhe genannt. Die Käfer ernähren sich vom Blattgrün der Pflanzen, sodass dort nach einiger Zeit ein deutlicher Lochfraß zu sehen ist (Abbildung). Gefährdet für Schäden sind besonders Keimlinge. Schützen Sie den Kohl also vorbeugend mit engmaschigen Gemüse- oder Kulturschutznetzen, um so einen Zuflug der Käfer zu verhindern (Maschenweite etwa 0,8 Millimeter). Die Käfer bevorzugen trocken-warme Bedingungen. Wässern Sie deshalb die Pflanzen und halten Sie den Boden feucht.

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Alles weiß: Echter Mehltau

echter Mehltau am Gurkenblatt

Die Gruppe der Echten Mehltaupilze umfasst viele unterschiedliche Arten, die überwiegend nur an einzelnen Pflanzen auftreten, jedoch ein ähnliches Erscheinungsbild besitzen. Charakteristisch und namensgebend ist der weißliche Belag, der auf den Blättern auftritt und diese auch rasch überzieht, wie beispielsweise an der Mahonie. Die gebildeten Sporen sorgen für die Ausbreitung. Echte Mehltaupilze bevorzugen trocken-warme Bedingungen. Abhilfe schafft die Verwendung von resistenten oder widerstandsfähigen Sorten, wie sie bei Rosen oder manchem Gemüse bekannt sind, beispielsweise Gurke, Erbse oder Tomate. Bei Bedarf setzen Sie auch Pflanzenschutzmittel ein, die aber für die jeweilige Pflanze zugelassen sein müssen.

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Checkliste

Dickmaulrüssler Larve

Gegen die an den Wurzeln nagenden Larven des Dickmaulrüsslers können Sie ab einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius parasitäre Nematoden einsetzen.

Kontrollieren Sie jetzt Ihre Buchspflanzen auf das Auftreten der schwarz-gelb gemusterten Raupen des Buchsbaumzünslers.

Schnecken können Sie jetzt mit mechanischen Schneckenzäunen, Bierfallen ( umstritten) oder Schneckenkorn bekämpfen.

Gegen die Larven des Frostspanners an Obst- und Ziergehölzen wirken geeignete Pflanzenschutzmittel. Leimringe helfen nur im Herbst.

Die am Schneeball auftretenden Larven des Schneeballblattkäfers sollten Sie frühzeitig absammeln.

Der an krautigen Pflanzen teilweise auftretende Schaum („Kuckucksspeichel“) wird durch die Larven der Schaumzikade verursacht. Abhilfe schafft hier ein kräftiger Wasserstrahl, der die Tiere abwäscht.

Mit Stroh gefüllte Tontöpfe können vom Ohrwurm als Tagesversteck genutzt werden. In der Nacht jagen die Nützlinge Schädlinge wie Blattläuse, Blutläuse und junge Larven.

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