Gefiederte Freunde

Eier von glücklichen Hühnern? Dessen kann man sich sicher sein, wenn man eigene
Hennen hält. Viele Gärtner teilen deshalb ihr grünes Reich mit einer Hühnerschar
und „ernten“ als Gegenleistung für Fürsorge und Pflege ihr sonntägliches
Frühstücksei. Wenn die zutraulichen Tiere beim Füttern angelaufen kommen, den
Kopf schief legen und auffordernd in den Boden picken, schmelzen Gartenfreunde
schnell dahin. Hühnerhaltung macht Spaß und bedeutet zudem, Verantwortung zu
tragen. Auch Kinder sind schnell eifrig dabei, wenn sie die Tiere versorgen und morgens
die Eier aus den Nestern holen dürfen. Weil Hühner den täglichen Streifzug
über die Wiese lieben, hält man sie in einem Stall mit großzügigem Freilauf. Auf
dem Lande stromert das Federvieh gewohnheitsmäßig über die Obstwiese hinter
dem Wohnhaus, scharrt und pickt nach Würmern, Insekten und deren Larven sowie
nach Sämereien. Solch weitläufige Flächen gibt es in Siedlungen eher nicht, doch
geht es den Tieren mit einem Auslauf von 20–30 Quadratmeter pro normal großem
Huhn immer noch sehr gut. Ideal ist, wenn der Freilauf samt Stall alle paar Wochen
versetzt werden kann. Dann erholt sich die Grasnarbe wieder. Ein Freilauf ohne Unterschlupfmöglichkeiten stresst die Hühner, weil sie instinktiv vor Raubvögeln Angst haben. Hochstämmige Gehölze spenden Schutz und Schatten, auch eine Überdachung sorgt für Entspannung. Lassen Sie die gackernde Schar aber nicht unter empfindlichen Ziergehölzen oder Beerensträuchern umherlaufen.

 

Eine Abzäunung schützt auch den Gemüsegarten vor hungrigen Schnäbeln. Gehölze mit giftigen Blättern, Rinden und Früchten sind im Freilauf ebenfalls tabu.Wenn Hühner mit Begeisterung scharren, ermöglicht man ihnen am besten den Zugang zum Komposter. Dort dürfen sie sich austoben, nach Würmern, Insekten und Schneckeneiern suchen. Und das Gärtnerherz freut sich, denn das Material wird dabei gleich vermischt. Hühnerkot ist übrigens ebenfalls ein guter Dünger. Er muss nur gut abgelagert sein, dann eignet er sich für starkzehrendes Gemüse wie Kohl, Kürbis und Porree. Milder wird der Dünger, wenn man den Kot mit den Gartenabfällen kompostiert. Alle 2–4 Tage legt ein Gartenhuhn ein Ei.

 

Daher reichen vier Hennen, um für eine vierköpfige Familie die Frühstückseier fürs Wochenende und den einen oder anderen Kuchen einzusammeln. Einen Hahn braucht es in der Hühnerschar nicht unbedingt, obwohl dieser die Damen gern beschützt und ihnen die besten Leckerbissen zuspielt. Grundsätzlich dürfen in Wohngebieten Hühner gehalten werden, die Grenze liegt bei 20 Hennen und einem Hahn. Im Sinne einer guten Nachbarschaft empfiehlt es sich, die Nachbarn vor der Anschaffung in die Pläne einzuweihen. Bestenfalls verzichtet man auf den Hahn oder errichtet einen schalldichten Stall. Spannend wird die Wahl der passenden Hühnerrasse. Die einen entscheiden sich für Hennen, die viele Eier legen. Andere wollen, dass die Tiere Eier liefern und Fleisch ansetzen, denn das Schlachten für den Eigenbedarf ist erlaubt. Oder wollen Sie eine alte gefährdete Landhuhnrasse unter Ihre Fittiche nehmen? Zwerghühner, die mit weniger Platz als große Hennen auskommen? Als pflegeleicht erweisen sich normalgroße Rassen wie Sachsenhuhn, Deutsches Lachshuhn, Sussex oder Australorps. Beliebt für die Gartenhaltung sind Zwerg-Rhodeländer, Zwerg-Seidenhühner und Zwerg-Wyandotten.

MP