Frühling ist in den Startlöchern

Keine andere Jahreszeit wird so sehnsüchtig herbeigesehnt wie der Frühling. Gut, dass Zwiebelblüher, die Kälte und Dunkelheit trotzen, für die ersten bunten Farbtupfer im Topfgarten sorgen. Blühende Pflanzen machen dem Winter den Garaus und Lust auf einen farbkräftigen Mix!

Zwiebelpflanzen rufen Frühjahrsgefühle hervor. Es sind Blüten, die sich aus Blumenzwiebeln entwickeln, die voller Energie und Farbe stecken. Im Februar ist es häufig noch zu kalt, um die Zwiebeln, die man im Herbst in den Garten gepflanzt hat, aus der Erde wachsen und blühen zu sehen. Aber dafür gibt es eine praktische Lösung: Zwiebelpflanzen im Topf sind durch einen kleinen Trick der Gärtner bereits ab Januar in großer Zahl erhältlich – jede Woche kommen neue Farben, Arten und Sorten dazu. Mit diesen vorgetriebenen Pflanzen kann man sich den Frühling schon früher in den Garten oder ins Haus holen. Wenn sich das erste bisschen Wärme ankündigt, kann man sehen, wie die Blumen aus dem Topf schießen, um zu duftenden Frühlingsblühern zu werden.

Die Zwiebelpflanzen im Topf können Sie direkt in die Gartenerde oder in Kästen auf dem Balkon oder der Terrasse pflanzen – dort machen sie mit ihrer Farbpracht besonders auf sich aufmerksam und sie verbreiten fröhliche Frühlingslaune. Sie sind übrigens alle auch als Schnittblumen erhältlich – damit zieht der Frühling auch im Haus ein. Je größer die Zwiebel, die der Gärtner in den Topf setzt, desto größer die Blüten auf dem Stiel.

Cleverer Gärtnertrick

Mit Zwiebelblumen wie Narcissus, Hyacinthus oder Muscari,wie die botanischen Namen dieser Zwiebelpflanzen lauten, hat es etwas Besonderes auf sich. Sie brauchen eine Kälteperiode, um zur Blüte zu kommen. Wenn sie also früher als zu ihrer natürlichen Blütezeit (von März bis Mai) blühen sollen, muss der Gärtner zweimal einen Trick anwenden: Erst werden die (trockenen) Zwiebeln einige Wochen niedrigen Temperaturen von 5–10 °C ausgesetzt. Dann werden sie durch die Produzenten in Töpfe gepflanzt und im Gewächshaus bei deutlich höheren Temperaturen „vorgetrieben”, so als wäre der Frühling schon da. Die Pflanzen werden damit sozusagen zum Narren gehalten und blühen größtenteils genau im Februar, zur Karnelvalszeit.

Besondere Schönheiten

Die Topfhyazinthe ist eine wunderbar duftende Pflanze in Rosa, Weiß, Blau, Purpur, Lachs oder Zartgelb. Es gibt einfach blühende und gefüllte Hyazinthen und es gibt Multiflora-Sorten, bei denen mehrere Stiele aus einer Zwiebel wachsen. Es sind mehr als 2 000 Sorten im Handel. Die einzelnen Blüten am Blütenstiel bezeichnet der Gärtner auch als „Nagel”. Der botanische Name Hyacinthus ist die lateinische Herleitung des griechischen Namens des Prinzen „Hyakinthos“, in den sich der griechische Sonnengott Apollo verliebte. Bei einem Unfall während eines Wurf-Wettbewerbs wurde Hyakinthos durch den Diskus von Apollo tödlich getroffen. Aus dem Blut des Prinzen erwuchs daraufhin eine Hyazinthe.

Die Muscari oder Traubenhyazinthe ist meistens blau. Es gibt jedoch auch weiße oder purpurfarbene Sorten und eine schopfige Traubenhyazinthe. Muscari zählen zu den schönsten Produkten des Zwiebelpflanzen im Topf-Sortiment und sie haben einen leichten Moschusduft, worauf der botanische Name bereits hinweist.

Die Topfnarzisse gibt es in einer Vielzahl von Sorten: von der herrlich duftenden Spraynarzisse bis zu Blumen mit sehr kleinen oder eben riesig großen Trompeten oder mit gefüllten Blüten. Die wichtigsten Farben sind Gelb oder Weiß. Es gibt aber auch viele zweifarbige Sorten von besonderer Schönheit, bei denen Lachs oder Orange in der Blüte zu sehen ist.

Nach der Blüte

Nachdem die Blüten der Zwiebelblumen verwelkt sind, können die Zwiebeln gelagert und in der nächsten Saison wieder in den Garten gesetzt werden. Nach der Blüte sollte man die Blätter der Narzissen und Traubenhyazinthen erst vollständig absterben lassen. Dann die Zwiebeln aus dem Topf nehmen und bis Oktober an einem trockenen, dunklen Ort lagern, zum Beispiel in einem Schuppen oder im Keller. Da es sich um Zwiebeln handelt, die im Frühjahr blühen, müssen sie im Herbst gepflanzt werden. Im Winter überdauern sie dann die Kälteperiode im Boden und kommen ab März erneut zur Blüte.

Wildes mixen erlaubt!

Stiefmütterchen (Viola X wittrockiana) oder Ranunkeln und Primeln gehören neben den Zwiebelblühern zu den typischen Vorfrühlingsboten. Auch sie sind inzwischen in vielerlei Farben und Formen im Angebot, z. B. gefüllte Primelblüten. Mit dieser Fülle an Auswahl macht es Spaß, die Pflanzen miteinander zu kombinieren. Da sie in ihren Ansprüchen alle gleich unkompliziert sind, ist dies auch problemlos möglich!

MP 1´-2017