Erntezeit!

So schöpfen Gartenbesitzer aus den Vollen

Regale und Gefrierfach für mehrere Monate auffüllen: Dafür ist keine eigene Landwirtschaft nötig. Mit diesen Tipps fahren Sie in ihrem Garten eine reiche Ernte ein. Richtig verarbeitet können Sie die Früchte Ihrer Mühen lange genießen und anderen eine Freude damit bereiten.

Der richtige Reifegrad

Zuckermais aus dem Garten

Nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Garten zu finden ist der Zuckermais. Falls Sie Maiskörner sauer einkochen wollen, können Sie die Kolben bereits früher ernten, wenn sie 10 bis 15 Zentimeter lang sind. Voll ausgereift und am besten ist Zuckermais, wenn die Fahnen beginnen, sich leicht braun zu verfärben. Die Körner sollten innen noch weich sein. Befreien Sie den Kolben einfach vorsichtig von den Hüllblättern und kratzen Sie die Körner mit dem Fingernagel auf.

Violette Leckerbissen

Aubergine Madonna

Am bekanntesten ist hierzulande die längliche, fast schwarze Aubergine. Es gibt jedoch auch ovale und runde Früchte mit helleren Schalen. Für welche Sorte Sie sich auch entscheiden: Die Auberginen-Ernte ist gar nicht so einfach und erfordert etwas Erfahrung. Die Eierfrüchte sollten glänzen und bei sanften Druck leicht nachgeben. Schneiden Sie eine Frucht mit einer Gartenschere oder einem Messer ab (anders als andere Obst- und Gemüsesorten hängen Aubergingen auch im reifen Zustand noch sehr fest am Trieb) und schneiden Sie sie in der Mitte durch. Wenn das Fruchtfleisch noch grünlich ist, ist die Aubergine noch nicht reif und enthält zu viel Solanin, das Magenbeschwerden hervorrufen kann. Auberginen reifen nicht gleichzeitig, sondern nach und nach bis Mitte/Ende September. Lassen Sie einige Auberginen ganz ausreifen. Sie schmecken dann zwar nicht mehr, geben aber Samen für die nächste Aussaat.

Die richtige Tageszeit

Die beste Erntezeit für die meisten Gemüsesorten ist der späte Nachmittag. Dann ist der Vitamingehalt am höchsten und der Nitrat-Anteil am niedrigsten. Die Pflanzen nehmen nachts Nitrat aus dem Boden auf, um Eiweiß zu bilden. Im Laufe des Tages wird das Nitrat wieder abgebaut. Da es vor allem in Stielen und Blättern gespeichert wird, betrifft dies Gemüsesorten wie Spinat, Mangold und Blattsalate. Tomaten schmecken am knackigsten, wenn Sie sie am Morgen bei den ersten Sonnenstrahlen pflücken.

Nützlicher Erntehelfer

Die schönsten Äpfel, Birnen und Kirschen sind immer die, an die man nicht herankommt. Nahe der Baumkrone verfaulen sie allmählich oder werden von Vögeln gefressen. Mit einem Obstpflücker können Sie auch diese Früchte einfach und sicher erreichen. Eine wackelige Leiter ist dank der längenverstellbaren Teleskopstange nicht mehr nötig. Mit der zackigen Pflückkrone können sie die Frucht bequem vom Ast rütteln.

 

Mangold in Regenbogenfarben

Wann Sie Mangeld ernten sollten, hängt davon ab, was Sie mit ihm vorhaben. Haben Sie es auf die Blätter abgesehen, die sich gut als Spinatersatz machen, sollten diese höchstens 15 Zentimeter lang sein. Falls Sie auch die Stiele essen wollen, sollten die Blätter größer sein. Als Rohkost sind sie dann allerdings nicht mehr geeignet.

 

Spätzünder im Beet

Im September und Oktober können Sie im Gemüsebeet noch einmal aus den Vollen schöpfen: Buschbohnen, Chinakohl, Rettich, Rote Rüben, Spinat, Blumenkohl, Grünkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kopfsalat und Endiviensalat stehen zur Ernte bereit. Wenn Sie sich beeilen, können Sie jetzt sogar noch etwas aussäen: Feldsalat kann im August und September noch ins Beet, die letzten Radieschen und Spinatpflanzen bis Ende September. Beete vorher düngen.

Paprika für jeden Geschmack

Grün, gelb, rot: Welche Farbe und somit auch Geschmack Ihre Lieblingspaprika hat, hängt von der Sorte aber auch vom Erntezeitpunkt ab. Die eher herben grünen Paprika sind noch gar nicht richtig reif, wenn sie aus dem Beet kommen. Wenn Sie die Paprika lieber etwas süßer mögen, sollten Sie warten, bis sie sich färbt.

Süße Früchtchen

 

Im Hochsommer und Frühherbst ist Beerenzeit. Auf Johannisbeeren folgen Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Zwischendurch sind auch Blaubeeren reif. Brombeeren und Himbeeren sollten Sie regelmäßig, am besten jeden zweiten Tag vom Strauch pflücken, damit sie nicht verfaulen. Reife Früchte erkennen Sie an der kräftigen Farbe und daran, dass sie leicht zu lösen sind. Brombeeren sollten dick sein und tiefblau glänzen.

Lagern und konservieren

 

Stark wasserhaltige Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Pilze, Radieschen, Rote Bete und Kohl aber auch Zwiebel oder Paprika lassen sich wunderbar sauer einlegen. Reinigen Sie das Gemüse vor dem Einlegen gründlich und vergewissern Sie sich, dass es keine angefaulten Stellen hat. Je nach Rezept können Sie das Gemüse vor dem Einlegen vorkochen, blanchieren oder mit Salz bestreuen, um es zu entwässern. Verteilen Sie die Zutaten auf sterile Einmachgläser und übergießen Sie alles mit einem Sud aus Essig, Wasser, Zucker und Gewürzen. Wenn Sie das Eingelegte knackig haben wollen, sollte der Sud kalt sein. Sie können Gemüse auch in Öl einlegen. Einfach völlig damit übergießen. In Essig Eingelegtes hält sich mehrere Jahre, in Öl Eingelegtes mehrere Monate.

Pressen

Smoothies sind seit einigen Jahren sehr beliebt. Doch in Form von Obst- und Gemüsesäften ist die Verarbeitungsform des Pressens und Pürierens schon seit Jahrhunderten bekannt. Wenn Sie den Saft haltbar machen wollen, sollten Sie Ihn bei mindestens 80 Grad erhitzen und in luftdicht verschlossene Behälter füllen.

Samen sammeln

Die Tomaten waren in diesem Jahr außergewöhnlich aromatisch und der Salat bissfest? Genießen Sie Gemüse, das besonders gut geschmeckt hat, auch im nächsten Jahr, indem Sie seine Samen ernten.

Die Voraussetzung dafür ist, dass es sich um samenfeste Sorten handelt. Das sind Pflanzen, aus deren Saatgut wiederum Pflanzen mit denselben Eigenschaften wachsen. Warten Sie, bis die Samenkapseln abgetrocknet sind.

 

Trocknen

Kräuter, Obst, Beeren und manches Gemüse, allen voran Tomaten, lassen sich auch durch Trocknen konservieren. Da die Lebensmittel einen Großteil ihres Wassergehalts verlieren, können sich Bakterien und Pilze dort nicht mehr ausbreiten. Auch Fleisch kann so lange haltbar gemacht werden. Am einfachsten ist das Trocknen an der Luft. Dazu die Lebensmittel auf Schnüren aufhängen oder über einen mit Stoff bespannten Rahmen legen. Wählen Sie einen warmen und zugigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Sie können Obst, Gemüse und Pilze auch im Backofen dörren, bei Umluft um die 50 Grad Celsius. Falls Umluft nicht möglich ist, stecken Sie einen Kochlöffel in die Tür des Backofens, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Getrocknetes ist bis zu drei Monate haltbar und sollte bei niedriger Luftfeuchtigkeit gelagert werden.

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