Naturgarten- Blumenwiese! Endlich wieder Blumen pflücken…

Lieben Sie Margeriten, Glockenblumen, Hahnenfuß oder Klee? Dann legen Sie eine Blumenwiese an und lassen so reichlich Stoff für bunte Sträuße blühen!

Zugegeben, grüne Rasenflächen sind ganz schön praktisch. Man kann sie immer kurzhalten und darauf Fußball spielen. Doch wer zarte Sträuße pflücken und gaukelnden Schmetterlingen zusehen will, sät am besten eine Blumenwiese. Anstelle von 100 Prozent Gras erobern dabei die unterschiedlichsten Blumen- und Wildgrasarten den Garten. Idealerweise sorgen mindestens 25 verschiedene Wiesenpflanzen für eine farbenfrohe Vielfalt, die nicht nur dem Auge, sondern vor allem Insekten wie Schmetterlingen, Bienen und Hummeln zugutekommt. Wiesenblumen sind ausgesprochen nektarreich, ihre Blätter dienen Raupen als Nahrung. Die zahlreichen Insekten ziehen wiederum Insektenfresser wie Spitzmäuse, Igel, Eidechsen und Vögel an, die noch dazu in der hohen Wiese Unterschlupf finden. Die Samen der Blumen sind gleichsam ein gefundenes Fressen für Vögel und andere hungrige Körnerfresser.

Auch ein bestehender Rasen kann in eine Blumenwiese umgewandelt werden. Man sollte aber wissen, dass Blumenwiesen kaum betreten werden sollten, weil sich geknickte Blumen nicht wieder aufrichten. Zweimal pro Jahr werden sie gemäht, nicht öfter, damit die Pflanzen blühen und ihre Samen reifen können. Gerade das macht diese Wiesen aber auch besonders pflegeleicht. Man kann sie nahezu sich selbst überlassen. Auch düngen und wässern braucht man kaum.

Wildblumen sind im Gegensatz zu vielen Gräsern naturgemäß keine Allrounder. Ist Ihnen bei einem Spaziergang schon aufgefallen, dass am Wegesrand andere Pflanzen blühen als entlang eines Baches, am schattigen Gehölzsaum oder auf einer Waldlichtung? Jeder Standort hat seine Blumen, weshalb es ebenso unterschiedliche Blumenwiesenmischungen gibt. Besonders artenreich sind Magerwiesen auf trockenen, kargen Flächen. Eine spezielle Flora breitet sich aber auch auf fetten, feuchten Plätzen aus.

Im Garten bietet sich für eine Wiese der klassische Rasenbereich in der Sonne an. Dort gedeihen die meisten im Handel erhältlichen Samenmischungen. Die Aussaat erfolgt zwischen März und Mai. Je wärmer der Boden ist, desto schneller keimen die Samen.

Kaum ausgesät, sprießen schon die ersten Wiesenpflanzen und blühen auch sehr bald. Damit sich nach diesen einjährigen Arten wie Klatschmohn oder Kornblumen auch mehrjährige wie Margeriten oder Glockenblumen ansiedeln, sollten Sie den Boden vor der Aussaat sorgfältig vorbereiten.

Zuerst entfernt man die vorhandene Grasnarbe und anderen Bewuchs und gräbt den Boden um. Oft genügt es auch, ihn mit einer Motorhacke oder der Grabegabel zu lockern. Mit einem Kultivator oder einer Motorfräse zerkleinert man die Erdklumpen und ebnet die Oberfläche mit einem Rechen ein. Sehr nährstoffreicher Boden wird mit Sand oder feinen Kies abgemagert.

Auf den feinkrümeligen Boden säen Sie die Blumenwiesenmischung breitwürfig und gleichmäßig verteilt aus. Harken Sie die Samen nur leicht oberflächlich ein, damit sie einen guten Bodenschluss erhalten, aber noch Licht zum Keimen haben. Ideal ist Saatgut mit einer Tonmineralbeigabe, die den Samen als Feuchtigkeitsspeicher zugutekommt.

Die Fläche verdichten Sie mit einer Rasenwalze oder treten sie mit Trittbrettern vorsichtig fest. Zum Schluss wird sie gewässert und über die nächsten Wochen feucht gehalten.

Wenn ein Boden zu viele Unkräuter enthält, mäht man erstmals gut acht Wochen nach der Aussaat, etwa dann, wenn der Bewuchs den Boden dicht bedeckt. Das drängt starkwüchsige Begleitkräuter zurück, die Wiesenpflanzen treiben dichter durch und können sich gegen das Unkraut behaupten. Ansonsten schneidet man im Juni und Ende August/Anfang September alle Pflanzen auf zehn Zentimeter Höhe, am besten mit einer Sense, einem Balkenmäher oder einem Trimmer. Das Schnittgut wandert auf den Kompost: So entzieht man dem Boden schrittweise überschüssige Nährstoffe, was alle mehrjährigen Wiesenblumen umso besser wachsen lässt.

Wer in seinem Garten möglichst flexibel bleiben möchte, mäht von Anfang an Wege durch die Wiese, die man betreten kann. Oder man beschränkt die Wiese auf ausgewählte Bereiche: Eine Feuchtwiese beim Gartenteich, eine Wildblumenfläche entlang des Hauses oder mobile Wiesen in großen Kübeln setzen der Experimentierlust keine Grenzen. Auch den hinteren Gartenteil kann man als Naturgarten gestalten, während beim Haus noch Rasen verbleibt. Die Kinder können Fußball spielen – und den Schmetterlingen beim Gaukeln zusehen.

Falter lieben Blumenwiesen

Blumenwiesen sind vor allem für das Tagpfauenauge ein riesiger Tummelplatz. Der prachtvolle heimische Schmetterling ist wegen seiner auffälligen „Augen“ ein Hingucker für Naturfreunde. Seine Fressfeinde lässt er dadurch im Glauben, sie hätten es mit einem viel größeren Tier zu tun. Atemberaubend sind die regelrechten Luftkämpfe der Männchen, die im senkrechten Spiralflug bis in Baumwipfelhöhe hintereinander herjagen. Während sich die erwachsenen Falter am Nektar von Flockenblumen, Skabiosen oder Klee laben, ernähren sich ihre Raupen wie die vieler anderer Schmetterlinge fast ausschließlich von der Großen Brennnessel. Räumen Sie ihr am Blumenwiesenrand am besten einen Stammplatz ein.

Frisches von der Wiese

Während im Frühling auf den Gemüse- und Kräuterbeeten oft noch Flaute herrscht, findet man auf einer Blumenwiese schon vitaminreiche Kräuter und Blumen, die Pep in den Speiseplan bringen. Dort gibt es Gundermann, den man als Heil- und Suppenkraut verwenden kann. Oder Wiesenschaumkraut, dessen senfscharfe Blätter als Salatgarnitur oder auf dem Butterbrot schmecken. Auch der Wiesenknopf, die Pimpinelle, bringt einen nussartigen Gurkengeschmack in Rohkost und Aufstriche. Mit Gänseblümchen und Löwenzahn kommen Vitamine und gesunde Bitterstoffe in Salat und Smoothie. Klar, dass man am besten Pflanzen aus dem eigenen Garten verwendet. Da weiß man, dass sie sauber und unbelastet sind.

Trittfeste Blumenflächen

Während die Pflanzen der Wildblumenmischungen nicht trittfest sind, kann man mit anderen begehbare Blumenwege pflanzen. Allen voran eignet sich die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) für einen blühenden und duftenden Pfad, der zwar keinem Fußballspiel standhält, aber zum Flanieren einlädt. Die robuste Mittelmeerpflanze liebt magere Standorte und blüht weiß von Juni bis September. Auch Teppichthymian (Thymus serpyllum), Mauerpfeffer (Sedum acre), Sternmoos (Sagina subulata) oder Stachelnüsschen (Acaena microphylla) sind Stauden, die robuste und blühende Teppiche bilden.

Zwiebelblumen-Highlights

Bleiben Sie im Frühling auch immer wieder beim Spazierengehen vor Gärten stehen und können sich nicht sattsehen an Schneeglöckchen, Märzenbechern, Krokussen, Schneestolz und Narzissen, die dort die ganze Wiese bewachsen? Diese Zwiebelblumen vermehren sich auch in Ihrem Garten von Jahr zu Jahr mehr, wenn Sie im Herbst ein „Startpaket“ Blumenzwiebeln auf Ihrer Wiese auf Ihrem Rasen in den Boden stecken. So beginnt das große Blühen bereits zeitig im Jahr!

Wichtig ist, dass Sie nach dem Abblühen nicht zu früh mit dem Rasenmäher drüberfahren. Erst wenn das Laub vergilbt und damit alle Nährstoffe in den unterirdischen Zwiebeln und Knollen eingelagert sind, darf man die Blätter abmähen. Der früheste Zeitpunkt ist etwa sechs Wochen nach der Blüte. Wer früher mähen möchte, spart die Zwiebelblumen-Bereiche einfach aus.

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