August/September: Tipps vom Gartendoktor

Rost an Nelken


Bräunliche Pusteln in kreisförmiger Anordnung auf der Blattunterseite von Bart-Nelken sind ein Anzeichen für einen Befall mit dem Nelkenrost. Auf der Blattoberseite bilden sich meist nur helle Punkte, die sich später im Zentrum bräunlich verfärben. Zur Bekämpfung können die befallenen Blätter entfernt werden, die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden) ist meist nicht erforderlich. Der Pilz kann neben Bart-Nelken auch andere Nelkengewächse befallen.

MP4-16

Milben-Gespinste an Stauden

Die Bohnenspinnmilbe tritt losgelöst von ihrem Namen nicht nur an Bohnen und anderen Gemüsearten auf, sondern auch an vielen weiteren, häufig krautigen Pflanzen sowie Stauden. Insgesamt sind mehr als200 Wirtspflanzen bekannt. Die frosttoleranten Tiere überdauern den Winter als rot gefärbtes Tier („Rote Spinne“) in der Bodenstreu. Alle während der Vegetationszeit auftretenden Tiere sind hingegen hell gefärbt und besitzen im ausgewachsenen Zustand zwei dunkle Rückenflecken auf dem Körper. Mit ihrer Größe von nur 0,5 Millimeter sind sie als einzelne Tiere nur wenig auffällig. Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren und haben somit acht Beine, während die aus dem Ei geschlüpften Larven als Besonderheit nur drei Beinpaare besitzen. Die kolonieartig lebenden Tiere saugen an den Blättern, führen dort als Folge zu Vergilbungen und bilden meist ausgedehnte Gespinste. Eine trocken-warme Witterung fördert die Entwicklung und das Auftreten der Spinnmilben. In Abhängigkeit von der Temperatur ist die Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Spinnmilbe innerhalb von 10 bis 30 Tagen abgeschlossen. Insbesondere im Gewächshaus sind daher innerhalb eines Jahres viele Generationen möglich.

MP4-16

Rostige Flecken auf Johannisbeer-Blättern

Meist ist es der Weymouthskiefernblasenrost, der ab Juni an den Blättern von Johannisbeeren Blatt-flecke  hervorruft. Im Laufe des Sommers entstehen auf der Blattunterseite säulenartig ausgebildete Sporenlager („Säulenrost“), deren Sporen vom Wind auf fünfnadelige Kiefern übertragen werden und diese infizieren. Als recht anfällig gilt hier die Weymouthskiefer (Pinus strobus), die auch Namensgeber für die Krankheit ist. An den Kiefern bilden sich im Frühjahr spindelförmige Triebanschwellungen, aus denen später zahlreiche weiß gefärbte Säckchen hervorkommen, die ein gelbes Sporenpulver freisetzen. Diese infizieren ihrerseits wieder im weiteren Umfeld stehende Johannisbeeren und andere Ribes-Arten. Während die Blätter der Johannisbeeren jedes Jahr neu infiziert werden müssen, bleibt eine einmal erkrankte Kiefer zeitlebens vom Pilz besiedelt und bleibt eine dauerhafte Infektionsquelle. Verwenden Sie widerstandsfähige Johannisbeersorten und achten Sie – sofern möglich – auf einen größeren Abstand (über 500 m) zu erkrankten Kiefern. Zur Bekämpfung des Pilzes an der Johannisbeere stehen auch geeignete Pflanzenschutzmittel (Fungizide) zur Verfügung.

Lokale Befallsnester an den Pflanzen sollten Sie frühzeitig entfernen. Das regelmäßige Ansprühen der Pflanzen im Gewächshaus mit Wasser hilft, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und verschlechtert so die Entwicklungsbedingungen für die Tiere. Zur Bekämpfung der Spinnmilben

Schadbild Spinnmilben ( Foto : Neudorff)

können Sie Raubmilben einsetzen, wobei hier für einen erfolgreichen Einsatz auf eine frühe, praktisch vorbeugende Anwendung zu achten ist. Larven von Florfliegen lassen sich ebenfalls zur biologischen Bekämpfung einsetzen. Sofern erforderlich können auch spezifische Pflanzenschutzmittel (Akarizide) herangezogen werden.

MP4-16

Miniermotten-Alarm

Für verbräunte Triebspitzen an Wacholder (Juniperus) und Lebensbaum (Thuja) gibt es verschiedene Gründe: Trockenheit, verschiedene Pilze und Miniermotten. Um Letztere zu erkennen, betrachten Sie die geschädigten Triebe im Gegenlicht. Hinweise sind die so deutlich erkennbaren Miniergänge, Kotansammlungen innerhalb der Hohlräume und fressende Larven, von denen teilweise auch kleinere Ausbohrlöcher zu sehen sind. In Abhängigkeit von der jeweiligen Mottenart überwintern die Larven innerhalb der befallenen Triebspitzen oder in einem Gespinst an der Pflanze. Die im Mai/Juni auftretenden Falter legen ihre Eier einzeln an den Triebspitzen ab. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven in die Triebe ein. Die silbrig-glänzenden Falter sind nur vier Millimeter groß und kaum zu erkennen. Wenn Sie die Pflanze jedoch berühren, fliegen sie rasch auf. Bei einem stärkeren Auftreten können Sie auch geeignete Pflanzenschutzmittel einsetzen. Hilfreich ist stets ein Rückschnitt befallener Pflanzen, da so die Larven innerhalb ihrer Gänge in den Triebspitzen bekämpft werden, bevor es zur Verpuppung kommt.

MP4-16

Checkliste

  • Achten Sie auf dunkle Läusekolonien am Stammfuß des Lebensbaums (Thuja). Die Stammläuse saugen mit ihren langen Rüsseln an den Trieben und führen zur Schwächung der Pflanzen.
  • Schaderreger überwintern gerne in Falllaub, das Sie deshalb entfernen sollten.
  • Entfernen Sie Rotpustelpilz an den Schnittstellen von Gehölzen mit der Schere. Die Fruchtkörper sind lachsrosa und jeweils ca. 2 mm groß.
  • Bringen Sie klebrige Leimringe am Stamm von Ziergehölzen und Obstbäumen an. So fangen Sie die flugunfähigen Weibchen des Frostspanners ab und verhindern so die Eiablage und den im Frühjahr gefürchteten Raupenfraß.
  • Kontrollieren Sie Kübelpflanzen auf Krankheiten und Schädlinge. Entfernen Sie lokale Stellen mechanisch oder mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln.
  • Werden junge Blätter gelb bei zugleich scharf abgetrennten grünen Blattadern liegt Eisenmangel vor. Hier helfen Blattspritzungen mit einem eisenhaltigen Dünger.
  • Schädlinge hinterlassen Miniergänge in Porree. Entfernen Sie befallenene Pflanzen vorbeugend.

                      MP4-16