August/September/Oktober: Tipps vom Gartendoktor

Fraß-Schäden an Weiden und Pappeln

Der Pappelblattkäfer verursacht sowohl als Käfer als auch als Larve Fraßschäden an den Blättern von Weiden und Pappeln. Die Käfer erreichen eine Größe von etwa 1 cm und sind auffällig rot gefärbt. Während die jungen Larven einen Schabefraß auf der Blattunterseite vollziehen, schädigen die älteren Larven durch einen deutlichen Skelettierfraß bis zu den Blattadern. Sammeln Sie die an den Blättern fressenden Larven ab.

 

Monilia-Fruchtfäule am Apfel

 

Bevorzugt werden Früchte des Kern- und Steinobstes von Monilia befallen, wenn sie zuvor äußerlich durch Hagel oder Schädlinge verletzt wurden. Frühreifende Sorten und solche mit weichem Fruchtfleisch werden häufiger geschädigt. Zudem stecken infizierte Früchte die Nachbarfrüchte durch Berühren an. Als Folge der Infektion werden die Früchte wie beim Apfel braun, beginnend an der Verletzungsstelle, und bilden einen braunen Pilzsporenrasen, der zu Beginn häufig in konzentrischen Kreisen angeordnet ist. Aufgrund des Befalls kommt es oft zu einem Fruchtfall, teils bleiben die Früchte aber auch am Baum hängen, trocknen ein und verbleiben als „Fruchtmumien“ weiter in der Krone. Entfernen Sie vorbeugend befallene Früchte sowie Fruchtmumien vom Baum. Entsorgen Sie diese über die Restmülltonne und nicht auf dem Kompost, da der Pilz Überdauerungsorgane ausbildet, aus denen sonst im Frühjahr wieder Sporen für Neuinfektionen freigesetzt werden.

 

Selten: Efeupockenschildlaus

Spindelförmige Verdickungen an den Blattstielen von Efeu werden durch die Efeupockenschildlaus verursacht. Die Stiele knicken dann oft ein. Neben den Blattstielen können auch Blätter befallen werden, die dann deformiert aussehen. Auch wenn die Art bevorzugt an Efeu bekannt ist, kann sie an über 20 Pflanzengattungen auftreten. Bekämpft werden muss sie nicht, es sei denn nach jahrelangem Befall, der sich auf das Wachstum auswirkt. Schneiden Sie vorbeugend die befallenen Triebe mit den Tieren ab und entsorgen Sie diese über die Restmülltonne, nicht im Kompost. Gegen die Schildläuse können im Bedarfsfall ölhaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

 

Schäden durch Bakterien?

Die Frage, ob Bakterien die konkrete Ursache für Pflanzenkrankheiten sein können oder ob sie nur als Begleiterscheinung auftreten, wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eindeutig geklärt. Bis heute sind über 200 Bakterienarten bekannt, die an Pflanzen zu teils deutlichen Schadsymptomen und sogar zum Absterben von Pflanzen führen können. Eine größere Bedeutung, verbunden zudem mit einem größeren Bekanntheitsgrad, besitzt dabei der Feuerbrand im Obstbau, der nicht nur beim Hobbygärtner, sondern auch beim Erwerbsgärtner gefürchtet ist. Pflanzenpathogene Bakterien sind nur etwa 1/1000stel Millimeter „groß“ und können nicht aktiv in die Pflanze eindringen, sondern nutzen für den Eintritt natürliche Öffnungen oder kleinste Wunden an Trieben oder Wurzeln. Zu den häufigen Symptomen von Bakterien gehören Weichfäulen, Tumorbildungen, dunkle Verfärbungen von Blättern und Trieben („Brände“) oder auch Welke-Erscheinungen, sofern die Bakterien die Leitgefäße besiedeln und diese anschließend verstopfen. Dunkle Blattflecken, die im Gegenlicht betrachtet einen wässrigen Hof besitzen, werden meist auch durch Bakterien verursacht, wie auch der beim Efeu häufig auftretende Efeukrebs . Die Gefahr einer Verwechslung mit pilzlichen Erregern ist hierbei jedoch groß, lassen Sie sich im Zweifelsfall im Gartencenter beraten.

 

Auf Baumpilze achten

An Bäumen können unterschiedliche Baumpilze auftreten. Diese führen, je nach Art, zu einer von außen meist nicht erkennbaren Zersetzung des Holzes. Als ein Beispiel sei der Wulstige Lackporling genannt, der an Buche, Eiche und anderen Laubgehölzen bevorzugt am Stammfuß wulstige Körper ausbildet, die bis zu 30 cm breit werden können. Da sie mehrjährig sind, lassen sie sich auch ganzjährig nachweisen. Die in großen Mengen abgegebenen kakaobraunen Sporen lagern sich häufig als auffälliges Merkmal in der näheren Umgebung ab. Der Pilz bewirkt am Stammfuß eine Weißfäule, bei dem der Pilz Zellulose und Lignin abbaut und als Folge den Baum brüchig macht. Für eine konkrete Abklärung sollte jedoch ein Fachmann hinzugezogen werden.

 

Durch das bodennahe Anbringen von Leimringen um die Stämme von Obstgehölzen verhindern Sie, dass die Frostspanner-Weibchen zur Eiablage nach oben wandern.

Kontrollieren Sie die Blätter ihrer Kohlpflanzen, bevorzugt die Blattunterseiten, auf einen Befall mit der Kohlmottenschildlaus.

Wühlmaus bei der Arbeit…

Zur Bekämpfung von Wühlmäusen im Garten können Sie Gitter, Fallen oder Köderprodukte einsetzen. Achtung: Der Maulwurf ist in Deutschland geschützt.

Sammeln Sie an den Blättern des Kohls die gelbgrün gefärbten und mit schwarzen Flecken versehenen Raupen des Kohlweißlings ab.

Entfernen Sie das mit Blattfleckenpilzen erkrankte Herbstlaub, da die Pilze hier überwintern und im Frühjahr neue Infektionen einleiten.

Deformierte bis verkrüppelt wirkende Nadeln der Eiben (Taxus) werden meist durch Gallmilben verursacht. Hier genügt es die befallenen Stellen mit der Gartenschere auszuschneiden.

Auf den Blättern von Rosen können Viren linien-, ring- oder mosaikartige Muster verursachen. Entfernen Sie die befallenen Blätter.

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