Sommer-Tipps vom Gartendoktor

Blattschäden durch Fensterreiniger

Haushaltsreiniger können Schäden an Pflanzen hervorrufen. So können zum Beispiel Fensterreinigungsmittel in Verbindung mit Sonnenschein an empfindlichen Pflanzen punktförmige Nekrosen auf den Blättern hervorrufen. Diese dunklen Stellen ähneln auf dem ersten Blick Blattfleckenpilzen, tauchen aber sehr abrupt auf und befinden sich meist verstärkt an den oberen Blattetagen, da hier die Sprühtropfen vermehrt auftreffen.

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Thripse an Orchideen

Thripse gehören zu den tierischen Schaderregern an Orchideen neben Schmierläusen und Spinnmilben. Diese Insekten sind 1 bis 2 Millimeter klein, leben meist sehr versteckt – gerne in Blüten – und werden deshalb eher spät entdeckt. Die erwachsenen Tiere sind wie die Larven von schlanker Gestalt, besitzen jedoch zwei Paar Flügel, die an den Rändern lange Fransen tragen („Fransenflügler“) und längs über dem Körper angelegt werden. Das Weibchen legt die Eier in das Blattgewebe ab, die späteren Larven – hier werden zwei Stadien ausgebildet – stechen wie die erwachsenen Tiere die Blätter an und saugen einzelne Zellen leer. Diese füllen sich anschließend mit Luft und verfärben sich dadurch weißlich. Da viele Tausend Zellen ausgesaugt werden, kommt es auf den Blättern zu den silbrig-glänzenden Punkten. Ein zusätzliches Diagnosemerkmal sind dunkle Kottropfen, die von den erwachsenen Thripsen abgegeben werden und zerstreut auf den Blättern zu finden sind.

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Regenflecken an Äpfeln

Dunkle, verwaschene Flecken auf der Fruchtschale von Äpfeln sind ein Symptom der Regenfleckenkrankheit, einem pilzlichen Erreger, der bevorzugt unter feuchten Bedingungen verstärkt auftritt. Durch Regen werden die anfangs nur punktuell auftretenden Symptome zu zungenförmigen, ablaufenden Bändern vergrößert und erweitert. Aufgrund der dunkel gefärbten Flecken ist auch der Name Rußflecken Krankheit verbreitet. Der Pilz sitzt nur außen auf der Fruchtschale, dringt somit nicht in das Innere des Fruchtfleisches vor. Da der Belag sehr hartnäckig ist, kommen Sie mit Abwaschen oder Abbürsten meist nicht weiter. Die Äpfel können jedoch bedenkenlos verzehrt werden, der Schaden ist in erster Linie optischer Natur. Der Geschmack bleibt.

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Rosenschäden durch Glyphosat

Manchmal treten an Rosen deformierte, hexenbesenartige Blätter auf, die zudem deutlich verschmälert sind und bei näherer Betrachtung keine Hinweise auf mögliche Krankheiten oder Schädlinge erkennen lassen. Die Schäden treten häufig schon im Frühjahr auf, bleiben das ganze Jahr über und können sich über einige Jahre hinweg wiederholen. Eine mögliche Ursache sind Schäden durch Unkrautbeseitigung im Vorjahr, bei der ein glyphosathaltiges Produkt eingesetzt wurde. Der Wirkstoff ist unter vielen Handelsnamen erhältlich, meist als „Roundup“ bekannt. Wird hier im eigenen Garten – oder in dem vom Nachbarn – nur wenig gewissenhaft gearbeitet, beispielsweise ohne Spritzschirm, kann der Wirkstoff von dem Totalherbizid ungewollt und vermutlich auch unbemerkt durch eine Abdrift auf Rosen geweht werden. Der aufgenommene Wirkstoff wird innerhalb der Pflanze über den Siebteil der Leitbündel verlagert, in der Wurzel gespeichert und gelangt im Frühjahr, zum Austrieb, wieder in die jungen Blätter, die dann die aufgezeigten Symptome ausbilden. Rosen reagieren empfindlich auf den Wirkstoff Glyphosat, Schäden an anderen Pflanzen sind deutlich seltener zu beobachten.

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Miniergänge in Radieschen

Mit Kot angereicherte Fraßgänge in Radieschen oder Rettich werden meist durch die Larven („Maden“) von Gemüsefliegen verursacht. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit den Larven des Kohltriebrüsslers, einem Käfer, die hier ebenfalls fressen, bevorzugt jedoch im oberen Bereich der Radieschen. Die Larven sind hell gefärbt, beinlos, besitzen eine braune Kopfkapsel und werden etwa vier Millimeter groß. Eine sichere Abhilfe schaffen nur Gemüseschutznetze. Diese verhindern durch ihre enge Maschenweite von 1,3 Millimetern, dass die Käfer Eier auf den Pflanzen ablegen können. Netze mit einer noch kleineren Maschenweite von 0,8 Millimetern schützen zusätzlich auch gegen Erdflöhe. Der Kohltriebrüssler legt im Frühjahr seine Eier häufig an Kohl- und Rapspflanzen ab.

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Checkliste

Eine Wühlmaus labt sich am Salat und sorgt so für Schwund im Gemüsegarten…

Bekämpfen Sie Wühlmäuse im Garten am besten mit Fallen oder Ködern. Achtung: Nicht mit dem Maulwurf verwechseln, da dieser geschützt ist.

  • Die an Rhododendronbüschen auftretenden, rot-grün gefärbten Zikaden als Wegbereiter und Überträger der Knospenbräune können Sie mit aufgehängten Gelbtafeln abfangen.
  • Wellpapperinge am Stamm dienen Apfelwickler-Raupen als Versteck zur Verpuppung. Kontrollieren Sie regelmäßig.
  • Birnen tolerieren die orange-roten Flecken des Birnengitterrostes auch mit zwei bis vier Flecken pro Blatt noch gut. Eine Bekämpfung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Sie erfolgt nur im Frühjahr zum Laubaustrieb kurz nach der Blüte.
  • An Eiben auftretende Schildläuse können Sie jetzt im Rahmen einer Sommerbehandlung gut bekämpfen
  • Buchspflanzen auf Raupen des Buchsbaumzünslers kontrollieren, insbesondere im Buschinnern.

    Buchsbaumzünsler-Raupe ‚bei der Arbeit‘
  • Larven absammeln oder geeignete Pflanzenschutzmittel einsetzen
  • Tomaten auf einen Befall mit der Kraut- und Braunfäule kontrollieren. Pflanzen bevorzugt trocken kultivieren.

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